Meerbusch : Mütze aus Samt

In der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Büderich hütet jedes Mitglied seine Narrenkappe selbst. Nach der Beerdigung des Hoppeditz wandern die guten Stücke in die Kommoden.

Um die Unterschiede zu zeigen, setzt sich Michael Hermes nacheinander mehrere Mützen auf den Kopf: "Diese hier ist viel leichter und nicht so steif." Damit führt der Präsident der KG Blau-Weiß Büderich 1958 vor, wie sich die Narrenkappen im Verlauf von zirka 50 Jahren verändert haben: "Die erste gab's bald nach der Gründung." Sie ist mit Samt verarbeitet und sieht wie handgenäht aus. Damals trugen die Kopfbedeckungen der Blau-Weißen noch das Vereinsemblem. Darauf wird heute verzichtet.

Trotzdem ist das Äußere sehr edel, die Flächen reich bestickt und glänzend. Lediglich an der unterschiedlichen Färbung des Blaus sind sie auseinander zu halten. Die Kappen der acht Senatoren – wie alle anderen mit einem Bömmelchen versehen – sind in einem helleren Farbton und die der übrigen 18 aktiven Mitglieder dunkler gehalten.

Allerdings tanzt der Kopfschmuck für die Damen ziemlich aus der Rolle: Kleine Schiffchen, ebenfalls sehr schmückend, können mit Clips in der Haarpracht befestigt werden. "Das ist eine geniale Sache", findet Michael Hermes, "früher war die Befestigung mit einer Spange sehr viel umständlicher." Das absolute Schmuckstück aber ist die Präsidenten-Mütze. Sie macht durch eine aufwendige Verarbeitung glänzender Materialien sehr viel her. "Freunde aus dem Verein haben sie mir zum 50. Geburtstag geschenkt", verrät der 55-Jährige.

Hermes führt die KG Blau-Weiß Büderich seit zwölf Jahren an, ist stets um das Vereinswohl bemüht und setzt auf die Mitarbeit aller Mitglieder. Zurzeit gilt sein größter Einsatz der Beschaffung einer Genehmigung zum Aufstellen eines Zeltes in der Session 2011/2012. "Wir möchten gern wieder in Büderich feiern", erinnert der Präsident an die Schließung des Bürgersaals. In diesem Jahr mussten zwei Programme und damit Künstler-Verpflichtungen abgesagt werden: "Das war ein herber Rückschlag." Doch Hermes ist optimistisch und ziemlich sicher, dass Narrenkappen und Uniformen bald wieder bei Sitzungen in Büderich zum Einsatz kommen. Er erzählt, dass die Uniformen eine extra große Seitentasche haben, um die Kappen auch mal einstecken zu können: "Sie müssen vor Regen geschützt werden." Schutz vor Nässe gilt vor allem auch für die kostbaren Goldfasanenfedern, die die Präsidenten-Kappe schmücken.

Bei den Blau-Weißen nimmt während der sessionslosen Zeit jeder seine Kopfbedeckung mit nach Hause. Aber zum Wagenbaurichtfest am Freitag, 28. Januar, in "Heilig Geist" und dem Frühschoppen am Sonntag, 20. Februar, im Gasthaus Peters werden die glänzenden Narrenkappen alle auf den Kopf gesetzt.

(RP)