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Meerbusch: Mölle macht den Meister

Meerbusch : Mölle macht den Meister

Der 17-jährige Lank-Latumer Fabian Mölle ist Torhüter des Deutschen Jugendmeisters im Eishockey. Der Meerbuscher spielt beim ESV Kaufbeuren und lebt mit Familienanschluss bei einem Betreuer des bayrischen Traditionsklubs.

Im Eishockey erreicht der Puck nach einem Schlagschuss schon mal eine Geschwindigkeit von 170 Stundenkilometern. Um sich diesem Geschoss freiwillig in den Weg zu stellen, bedarf es schon besonderer Fähigkeiten.

Der 17-jährige Fabian Mölle — in Düsseldorf geboren, in Lank-Latum aufgewachsen und mit 15 nach Kaufbeuren übergesiedelt — hat den Mut, den Wunsch und die Qualitäten, um solche Bewährungsproben erfolgreich zu bestehen. Der Gymnasiast ist Torhüter beim Deutschen Eishockey-Jugendmeister, beim bayrischen Traditionsverein ESV Kaufbeuren.

"Ich wusste schon mit sechs Jahren, dass ich Eishockey spielen wollte", berichtet der selbstbewusste blonde Athlet. Bei der berühmten DEG kümmerte sich damals Profi-Legende Walter Köberle um die kleinen Kufenstars. Irgendwann stand Fabian Mölle im Tor und zeigte schnell sein großes Talent auf dieser Position. Mit viel Ehrgeiz machte sich der Meerbuscher auf den sportlichen Weg zur Profi-Karriere. "Am liebsten in die NHL in die USA", sagte er.

Für dieses Ziel ist der Allroundsportler bereit, hohe Hürden zu meistern. So entschied sich der junge Mann vor zwei Jahren für ein Trainingscamp in Garmisch-Partenkirchen und nahm anschließend das Angebot des ESV Kaufbeuren an, dort das Tor zu hüten. Für den Rheinländer war das kein leichter Schritt. Fern der Heimat, ohne seine Eltern Alexandra und Stephan, ohne Großeltern und Freunde, bekam er Familienanschluss bei einem Betreuer des bayrischen Eishockeynachwuchses.

Neben der Schule dreht sich in Fabian Mölles Leben fast alles um den schnellen Mannschaftssport. Fünfmal in der Woche geht er zum Training, und am Wochenende kommen meist noch zwei Spiele hinzu. Seine Chancen schätzt er realistisch ein. "Ein Torhüter lebt viel von seiner Erfahrung", sagt er und weiß, dass er sich wahrscheinlich gedulden muss, bis er sich eventuell als Stammtorhüter einer Profimannschaft durchsetzt. Seine Eltern würden ihn auf jeden Fall tatkräftig unterstützen, erklärt der 17-Jährige.

Der Jugendliche ist schlau genug, nicht nur auf die Karte Eishockey zu setzen. "Ich werde wohl nach dem Abitur am Jakob-Brucker-Gymnasium in Kaufbeuren ein Informatikstudium beginnen", erzählt der begeisterte Hobby-Ski- und -Motorradfahrer. Bisweilen spürt Fabian Mölle auch Heimweh. "Ich bin im Herzen ein Rheinländer", sagt er. Aber die Bayern seien im Alltag viel entspannter, ergänzt der Meerbuscher. Eine Gelassenheit, die inzwischen stark auf ihn abgefärbt habe. Und — so ließe sich ergänzen — wohl auch nötig sei, um sich einem 170 Stundenkilometer schnellen Puck erfolgreich in den Weg zu stellen.

(RP)