Verkehrssicherheit in Meerbusch Ein genauer Blick ins Auto

Osterath · Der ADAC hat mit seiner mobilen Prüfstation in Osterath halt gemacht. Die Anlage testet verschiedene Funktionen am Auto. Unternehmen können den Prüfservice auf ihr Gelände ordern.

 Die mobile ADAC Prüfstation war an zwei Tagen auf dem Dr.-Hans-Lampenscherff-Platz in Osterath. Viele Meerbuscher ließen dort ihre Fahrzeuge checken.

Die mobile ADAC Prüfstation war an zwei Tagen auf dem Dr.-Hans-Lampenscherff-Platz in Osterath. Viele Meerbuscher ließen dort ihre Fahrzeuge checken.

Foto: RP/Angelika Kirchholtes

Schon von Weitem ist das große gelbe ADAC-Prüfmobil auf dem Dr.-Hans-Lampenscherff-Platz in Osterath zu erkennen. Neben einer Zugmaschine im XXL-Format steht ein großer gelber Container – die sogenannte Prüfstation – mit zwei Auslegern und zwei Rampen. Er lädt Autofahrer samt Fahrzeug an diesem Vormittag dazu ein, dessen Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

 Um diesen Service in Anspruch nehmen zu können, ist jedoch eine Anmeldung erforderlich. Nicht alle wissen das und müssen unverrichteter Dinge wieder abdrehen. „Heute sind schon alle Termine belegt“, informiert KFZ-Mechanikermeister Roland Bangder, der seit 29 Jahren im Dienste des ADAC die Prüfleistungen anbietet. An zwei Tagen hat die moderne Prüfstation in der vergangenen Woche auf dem Festplatz in Osterath Station gemacht.

Roland Bangder (re.) und Thomas Hartmann justieren die Kabel für die Wartung der Klimaanlage des Mercedes Cabrio.

Roland Bangder (re.) und Thomas Hartmann justieren die Kabel für die Wartung der Klimaanlage des Mercedes Cabrio.

Foto: RP/Angelika Kirchholtes

Bangder berichtet, dass diese Kontrollstelle erst fünf Jahre alt sei und soviel wie ein Einfamilienhaus gekostet habe. Die Prüfstation beinhalte aber auch viel mehr Elektronik, als es früher der Fall gewesen sei und könne daher jede Menge an Sicherheitskontrollen anbieten, unter anderem eine Wartung der Klimaanlage.

„Ich bin hier, um mir eine unabhängige Meinung zum Zustand meines Auto zu holen“, sagt beispielsweise Franz Baumgarte, dessen Fahrzeug im Winter viel in der Garage gestanden hat, und der deshalb vor dem Neustart zur Sicherheit einen Check machen lassen will. Zudem stehe im Juli der TÜV an, „da will ich keine böse Überraschung erleben“. Von außen sieht der schwarze Mercedes auf jeden Fall tiptop aus, er ist frisch gewaschen und glänzt in der Sonne. Die kostenfreien Prüfungen beinhalten einen Test der Bremsen, der Stoßdämpfer und der Außenbeleuchtung. Wer mehr als diese Basics haben möchte, muss einen festgelegten Obolus entrichten. Für den Sicherheitscheck, den Baumgarte in Osterath machen lassen will, muss er 46 Euro bezahlen, wenn er ADAC-Mitglied ist. Sonst wird es etwas teurer. „Wir bieten auch einen Gebrauchtwagencheck an, bei dem mit modernen Prüf- und Diagnosegeräten eine 160 Prüfpunkte umfassende Untersuchung gemacht wird“, erklärt ADAC-Mann Bangder. Der sei besonders für Laien vor dem Kauf eines gebrauchten Autos sehr zu empfehlen. Man könne diese Untersuchung auch dazu nutzen, um vor einem TÜV-Termin abzuklären, ob sich dieser Termin überhaupt noch lohne oder das Auto besser verschrottet werden solle.

Kfz-Mechanikermeister Roland Bangder in der mobilen Prüfstation.

Kfz-Mechanikermeister Roland Bangder in der mobilen Prüfstation.

Foto: RP/Angelika Kirchholtes

Diese Frage stellt sich bei den an diesem Vormittag vorgeführten Autos nicht. Der Suzuki von Viktor Hartmann, der bereits auf der Hebebühne steht, ist erst fünf Jahre alt. „Das Lenkrad vibriert, wenn ich schneller als 80 Stundenkilometer fahre“, hat er festgestellt. Das beunruhige ihn. Als er daher in der Zeitung vom Besuch der Prüfstation gelesen habe, habe er sofort einen Termin gemacht.

Bangder und sein Kollege Thomas Hartmann nehmen das Automobil akribisch unter die Lupe. Der Suzuki hat eine Unwucht, läuft nicht richtig in der Spur, und daher sind auch die Reifen unterschiedlich abgefahren, stellen sie fest und raten dem Meerbuscher, in eine Werkstatt zu fahren. Zuvor überprüfen sie aber noch die Lichtanlagen. „Die Scheinwerfer vorne sind nicht richtig eingestellt. Sie leuchten zu weit nach oben und blenden den Gegenverkehr“, sagt Bangder. Mit Hilfe eines Kreuzschraubendrehers kann er das ändern. Auf dem angeschlossenen Monitor sieht man, wie sich nach und nach der Winkel neigt, bis ein grünes „Okay“ aufleuchtet.

Der nächste Kunde, der mit einem schicken Mercedes Cabrio in Burgunderrot, Baujahr 1986 und daher ein Oldtimer, vorfährt, möchte neben den kostenlosen Leistungen auch die Klimawartung in Anspruch nehmen, um sicherzugehen, dass die Anlage gut funktioniert. „Ein Freund hat das gestern auch hier gemacht und war sehr zufrieden“, erzählt der Mercedesfahrer. Zudem sei der Preis für diese Leistung sehr günstig. Für die Klimawartung wird das Auto neben der Prüfstation an das „AirCon Service Center“ angeschlossen, das automatisch jede Menge Prüfschritte durchläuft, das Kühlmittel reinigt und bis zum notwendigen Level auffüllt. Das dauert ungefähr eine Dreiviertelstunde.

„Wir sind hier in Meerbusch immer gut ausgelastet“, sagt Bangder. Der Radius seiner Prüfstation ist 30 Kilometer rund um Mönchengladbach. Auch Unternehmen können diese Leistungen in Anspruch nehmen. Dazu kommt er direkt auf das Firmengelände. „Wir sind neutral und wollen nichts verkaufen“, erklärt er die Maxime des ADAC.

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