Meerbusch: Mittwoch startet Ausbau des Umspannwerks

Meerbusch: Mittwoch startet Ausbau des Umspannwerks

Netzbetreiber Amprion investiert 24 Millionen Euro in den Ausbau. Anwohner sollen Hinweise und Kritik zum Bauablauf geben können

Nächste Woche Mittwoch startet der Ausbau der Umspannanlage Osterath. Der Antrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz wurde Mitte Februar von der zuständigen Behörde beim Rhein-Kreis Neuss genehmigt. Amprion beginnt nächste Woche mit der Einrichtung der Baustelle innerhalb der bereits bestehenden Anlage.

Zunächst werden ab 5. März Baucontainer für Sanitäranlagen, Büroräume und Lagerräume aufgestellt. Voraussichtlich ab dem 10. März starten dann die eigentlichen Bau- und Stahlmontagearbeiten. Insbesondere beim Abbruch von Fundamenten lasse sich eine Lärmbelästigung im Umfeld nicht ausschließen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Auf der Baustelle werde grundsätzlich nur werktags gearbeitet. Der gesamte Baustellenverkehr meide die benachbarten Wohngebiete. Er soll über die Landstraße L 154 (Westring/Kaarster Straße), über die Verbindungsstraße (Privatweg) zur Gruttorfer Weg in die Umspannanlage abgewickelt werden.

Die Osterather Umspannanlage wird auf bestehender Grundstücksfläche ausgebaut. Im Juli 2013 hatte Amprion bei einem öffentlichen Informationsabend über die Erweiterung informiert. Die Umspannanlage wird um eine sogenannte Umgehungsschiene, auf der ankommende und abgehende Stromleitungen geführt und geschaltet werden, drei zusätzliche Schaltfelder, eine weitere Kupplung und zwei Transformatoren erweitert.

Die Transformatoren sind laut Amprion für die Umspannung von 380 Kilovolt auf 110 Kilovolt notwendig und stellten künftig die regionale Stromversorgung im Raum Meerbusch sicher. Sie sollen langfristig die gleiche Anzahl bisheriger 220-Kilovolt-Trafos in der Anlage ersetzen. Die Trafos werden erst Ende des Jahres über die Schiene in die Umspannanlage geliefert. Der Ausbau der Umspannanlage soll je nach Bauablauf und Witterung bis Anfang 2016 fertiggestellt sein. Die Anlage werde dann umfassend begrünt, um einen Sichtschutz für die Anwohner zu bieten. Amprion investiert in den Ausbau rund 24 Millionen Euro.

Den Umbau begründet Amprion wie folgt: Durch zunehmende Stromhandelstransite, die stetige Zunahme der Stromerzeugung aus Windkraft in Norddeutschland sowie Veränderungen im konventionellen Kraftwerkspark muss die Nord-Südverbindung von Wesel bis Koblenz verstärkt werden. Bestehende 220-Kilovolt-Leitungen werden dafür durch leistungsstärkere 380-Kilovolt-Leitungen ersetzt. Auch die Umspannanlagen entlang der Strecke wie die Anlage in Osterath müssen entsprechend ertüchtigt werden. Die Verstärkung der bestehenden Anlage erfolge losgelöst von den Planungen der Stromautobahn Emden—Philippsburg und des geplanten, umstrittenen Stromkonverters, betonte die Unternehmenssprecherin. Der Ausbau sei vielmehr Teil des Startnetzes im "Netzentwicklungsplan Strom 2012". Das Startnetz ist die Basis für den Ausbaubedarf des Stromnetzes für die nächsten zehn Jahre, der im Netzentwicklungsplan dargestellt wird.

(RP)
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