Meerbusch: Minister soll Konverterbau stoppen

Meerbusch: Minister soll Konverterbau stoppen

Der Meerbuscher Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling (CDU) übt scharfe Kritik an der Informationspolitik von Amprion. Per Brief forderte er gestern Bundesumweltminister Altmaier auf, die Planung in Osterath einzustellen.

Meerbuschs Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling (CDU) hat gestern Bundesumweltminister Peter Altmaier (CSU) aufgefordert, die Planung für den umstrittenen Doppelkonverter in Osterath aufzugeben. Heveling begründet das mit der zähen Informationspolitik des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. "Angesichts des desaströsen Vorgehens von Amprion ... kann ich nur dringend anraten, die Planungen zu überdenken und an dieser Stelle zu stoppen", schreibt Heveling.

"Keine Grundlage für Planung"

Amprion habe die Ziele für den beschleunigten Netzausbau klar missachtet und jeden Ansatz zu einem Hinwirken auf einen gesamtgesellschaftlichen Konsens konterkariert, betont der Bundestagsabgeordnete. So hat Amprion die am 10. Juli zugeleiteten Fragen der Stadt Meerbusch erst gestern beantwortet – 18 Tage vor Ende der Einspruchsfrist gegen den Netzentwicklungsplan. "Für Planungen in Osterath sehe ich nach diesem Vorgehen jedenfalls keine Grundlage mehr", teilt Heveling dem Umweltminister mit. "Ich halte es für ausgeschlossen, hier noch zu einer irgendwie gearteten Planung zu finden, die auf die Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen könnte." Heveling fühlt sich auch persönlich schlecht durch Amprion informiert. Zweimal habe der Konzern Mitglieder des Deutschen Bundestages über den geplanten Netzausbau unterrichtet. "Bei beiden Gelegenheiten wurde nicht erwähnt, dass Amprion ... in Osterath die Errichtung einer Konverteranlage plant." Ein Sprecher Amprions kündigte gestern an, dass das Unternehmen der Bitte der Stadt Meerbusch nachkomme und Vertreter sowohl zu der Sitzung des Ältestenrats als auch in den Stadtrat entsende, die die Grobplanung der Konverterstation vorstellen. Der Stadtrat tagt am Donnerstag, 25. Oktober, ab 17 Uhr öffentlich im Meerbusch-Gymnasium.

Amprion berichtet im Stadtrat

Meerbuschs Grüne haben sich gestern ebenfalls zu dem geplanten 390-Millionen-Euro-Projekt positioniert. "Wir halten diesen Standort in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung für absolut ungeeignet", sagt Parteichef Joris Mocka. Seine Partei werde eine eigene Einwendung gegen das Großprojekt an die Bundesnetzagentur richten. Fraktionschef Jürgen Peters rief dazu auf, eine Info-Veranstaltung von Amprion am 24. Oktober in Moers zu besuchen. "Eine breite Beteiligung der Meerbuscher Bevölkerung und Politik könnte ein erster Hinweis an das Unternehmen sein, wie ernst es uns mit der Verhinderung dieses Projektes ist." Ein Sprecher Amprions betonte auf Anfrage unserer Zeitung: "Wir werden dort nicht auf Meerbuscher Fragen eingehen können."

(RP/ila)
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