Meerbusch: Millionen für die Bäche

Meerbusch: Millionen für die Bäche

Die Stadt will drei Meerbuscher Bäche aus den tristen, schnurgeraden Rinnen befreien und auf weiten Strecken renaturieren. Dafür gibt es reichlich Fördergelder. Einige Bürger müssten allerdings Flächen abgeben.

Zurück zur Natur – dieses Motto soll in den nächsten Jahren für diverse Kilometer Meerbuscher Bäche gelten. Für 2,2 Millionen Euro sollen Stingesbach, Mühlenbach und der bei Strümp entspringende Bursbach bis 2027 auf weiten Strecken renaturiert werden. Die Maßnahmen werden voraussichtlich zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2000, die auf eine "ökologisch orientierte Entwicklung der Gewässer" abzielt.

Beispiel Stingesbach: Das Gewässer kommt aus Neuss und fließt im großen Bogen um das Gebiet am Eisenbrand und dann parallel zur Niederdonker Straße nach Büderich hinein. An der Poststraße verschwindet der Bach in einer Röhre und kommt erst auf freiem Feld nördlich des Friedhofswegs wieder zu Tage. Nordöstlich des Gartencenters Wantikow fließt der Bach in den Rhein.

Wo es möglich ist, soll der Bach aus seinem engen, begradigten Steilufer-Bett geholt werden und einen kurvigen Verlauf nebst breitem Uferstreifen bekommen. Ob der unterirdische Teil auch renaturiert werden kann, ist angesichts der damit naturgemäß verbundenen Kosten noch nicht klar. Bei der Erarbeitung der Pläne saß neben den Städten Meerbusch und Neuss und dem Kreis auch der Nabu mit am Tisch.

Im Bereich der Rheinwiesen nördlich Büderich fließt der kanalisierte Stingesbach an einer langen Reihe von Privatgrundstücken vorbei, deren Besitzer für die neuen Uferstreifen alle einige dutzend Quadratmeter Land abgeben müssten. Matthias Unzeitig, städtischer Fachbereichsleiter Straßen und Kanäle, bringt dazu ein Flurbereinigungsverfahren ins Gespräch. Dabei würden den betroffenen Eigentümern Geld oder Ersatzflächen angeboten.

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Höhenunterschied soll wegfallen

Bereits in diesem Jahr soll im Zuge der Büdericher Deichsanierung der Durchlass des Stingesbachs durch den Deich erneuert werden. Bislang existiert dort noch ein Höhenunterschied. Dieser soll wegfallen soll, so dass Tiere den Durchlass in beiden Richtungen passieren können. Insgesamt sollen die Maßnahmen am Stingesbach bis 2027 etwa 440 000 Euro kosten.

Auch der Schackumer Bach in Büderich soll auf 350 Metern aus seiner Betonrinne geholt und zu einer Art Mini-Naturreservat werden. Eine neue Siedlung im Innenbereich von Kanzlei, Blumen- und Moerser Straße soll sich dann um den Wasserlauf gruppieren (RP berichtete). Auch Teile der Böschung des Langenbruchbachs in Lank-Latum sollen verbessert werden.

Der Bau- und Umweltausschuss gab den Plänen der Verwaltung jetzt erstmal einstimmig grünes Licht. Die nötigen Mittel sollen nun in künftige städtische Haushalte eingestellt werden. Kommentar

(RP)
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