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Meerbusch: Mielke-Westerlage kritisiert NRW-Verkehrsminister scharf

Meerbusch : Mielke-Westerlage kritisiert NRW-Verkehrsminister scharf

Michael Groschek (SPD) hatte gesagt, er habe "kein Problem" mit einer Ausweitung der Flugbewegungen

Mit scharfer Kritik hat Meerbuschs Erste Beigeordnete Angelika Mielke-Westerlage auf eine Äußerung von NRW-Verkehrsminister Groschek (SPD) zu mehr Flugverkehr innerhalb der bestehenden Flugzeiten reagiert. Wie unsere Zeitung berichtete, hatte Groschek am Rande einer Infrastrukturveranstaltung gesagt, "kein Problem" mit einer Ausweitung der Flugbewegungen am Flughafen zu haben. Diese Aussage habe sie entsetzt, sagte die Dezernentin. "Der Antrag des Flughafens auf Aufstockung von stündlich 47 auf 60 Flugbewegungen und einer ganzjährig gleichzeitig zulässigen Nutzung von Haupt- und Parallelbahn liegt noch nicht einmal vor. Dennoch positioniert sich die zuständige Genehmigungsbehörde in Person des Ministers bereits jetzt einseitig für den Flughafen und damit gegen die zahlreich betroffenen Menschen" kritisierte Mielke-Westerlage. "Schon heute leiden die Menschen in Meerbusch massiv unter krankmachendem Lärm und Abgasen."

Die vom Flughafen geplante Änderung der Betriebsgenehmigung könne dazu führen, dass im Sommer jede Minute ein Flugzeug Meerbuscher Wohngebiete, Schulen und Kindertagesstätten überfliegt. "Das ist unerträglich und stellt einen erheblichen Eingriff in die Lebens- und Wohnqualität und die Gesundheit unserer Einwohner dar", sagte Mielke-Westerlage. Sie betonte: "Mit einer solchen Genehmigung würde die Landesregierung zudem gegen den Angerlandvergleich verstoßen, der zum Schutz der Anwohner ausdrücklich die Nutzung der zweiten Bahn nur als Ersatzbahn zulässt."

Mielke-Westerlage, von der CDU nominierte und von Grünen und Zentrum unterstützte Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai, kündigte an, im Falle eines Wahlsieges "Schulter an Schulter mit der Bürgerinitiative und den Nachbarstädten gegen eine Ausweitung der Betriebsgenehmigung zu kämpfen und mithilfe der Gerichte zu verhindern". Die Wirtschaft der Region, vor allem die Industrie- und Handelskammer, hat sich mehrfach für die Pläne des Flughafens ausgesprochen. Sie sieht darin einen wichtigen Wirtschaftsfaktor.

(mrö)