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Meerbusch: Metzgerei Imdahl öffnet heute zum letzten Mal

Meerbusch : Metzgerei Imdahl öffnet heute zum letzten Mal

Heute öffnet und schließt in Lank-Latum ein Traditionsgeschäft ein letztes Mal seine Pforten. Seit 2002 führte Metzger-Meister Roland Stork (43) die Metzgerei Imdahl – und hätte nach eigenen Angaben aus wirtschaftlichen Gründen weitermachen können. "Aber das Haus ist verkauft, der Pachtvertrag wurde nicht verlängert", sagt Roland Stark. Um ein neues Geschäft aufzubauen, hätten jedoch vorerst die Mittel gefehlt. Da die Lank-Latumer Metzgerei auch Produktionsstätte für die beiden Filialen in Bösinghoven und Osterath war, ist deren Geschichte somit auch besiegelt. "Osterath haben wir bereits letzte Woche geschlossen", sagt Stork. Das Bösinghovener Geschäft könnte allerdings von einer Mitarbeiterin geführt weiterlaufen. "Das wären dann aber andere Produkte", so Stork.

Mit der Schließung geht auch die Historie der Imdahls zu Ende. 1958 wurde die Metzgerei an der Hauptstraße von Franz-Josef Imdahl gegründet, 1990 übernahm Sohn Martin Imdahl das Geschäft. 2002 kam dann Roland Stork ins Haus. Über die Ortsgrenzen hinaus waren die Produkte bekannt. Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Geflügel –die gängigen Fleischsorten verwandelte Roland Stork in Genussvariationen. Vorerst nach den original Imdahl-Rezepturen, später nach eigenem Geschmack. "Wir passten die Zutaten den Ansprüchen und den veränderten Rohstoffpreisen an", so Stork. Gute Qualität war das oberste Kriterium. "Für die Lanker Schützen kreierten wir das 500-Gramm-Schützensteak", sagt Daniela Stork (38). Aber auch bei Firmen und den weit verstreuten Kunden waren die Imdahl-Fleischwaren und Buffet-Angebote beliebt. "Als unsere Stammkunden davon erfuhren, haben einige erstmal Hamsterkäufe bei uns gemacht", sagt Daniela Stork.

Da die Botschaft der Nichtverlängerung des Pachtvertrages noch relativ frisch bei Familie Stork ist, wissen sie vorerst nicht, wie es weitergehen soll. Die vier Mitarbeiterinnen werden entlassen. Für Roland Stork, der unter Martin Imdahl bereits als Geselle arbeitete, geht damit "ein Traum zu Ende". Die hochschwangere Daniela Stork ist aber die Hoffnung pur: "Wenn wir wiederkommen, dann wird alles noch viel besser."

(aru)