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Meerbusch: Methadonpraxis in Meerbusch?

Meerbusch : Methadonpraxis in Meerbusch?

Der Allgemeinmediziner Dr. Michael Kirch will im nächsten Jahr Methadon an drogenabhängige Patienten abgeben. Ein möglicher Standort ist für ihn und seinen Grevenbroicher Kollegen Dr. Joachim Treppmann das Deutsche Eck.

Der Arzt Dr. Michael Kirch will im nächsten Jahr heroinabhängige Menschen in Büderich mit Methadon behandeln. "Der Antrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung läuft", so Kirch, der das Projekt gemeinsam mit dem Grevenbroicher Mediziner Dr. Joachim Treppmann umsetzen will.

Kirch hat nach eigenen Angaben langjährige Erfahrung mit der Betreuung von Drogenabhängigen. "In meiner Praxis in Düsseldorf-Wersten habe ich rund 100 Patienten betreut. Nach meinem Umzug zur Königsallee habe ich diese weiterbehandelt", sagt Kirch. Da er sich regelmäßig weitergebildet habe, sieht er in der Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein kein Problem.

Der Mediziner, der 2010 nach Büderich gekommen ist, und dort das Ärztehaus Schackum eröffnete, hat bislang Privatpatienten behandelt. Jetzt hat er eine kassenärztliche Zulassung beantragt. Die Räume an der Schackumer Straße, am Rande Büderichs, will er für das Suchtprojekt nicht nutzen. Die Anbindung sei zu schlecht. Deshalb haben er und Treppmann bereits Räume am Deutschen Eck ins Auge gefasst.

Wie viele Methadonpatienten in Büderich behandelt werden sollen, steht noch nicht fest. Angesichts einer für das nächste Jahr zu erwartenden Gesetzesänderung, stehe auch das Konzept noch nicht. Treppmann befürchtet, dass die Bürger gegen eine Praxis, in der drogenabhängige Menschen den Ersatzstoff Methadon bekommen, Sturm laufen. Der Grevenbroicher Substitutionsarzt betreut laut Jahresbericht der Jugend- und Drogenberatungsstelle Neuss 2010 rund 185 Patienten.

Im Meerbuscher Sozialdezernat ist über die Pläne der beiden Ärzte genauso wenig bekannt wie im Kreisgesundheitsamt. "Wir wären natürlich nicht begeistert", sagt Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Meerbusch unterstütze die Drogenberatung in Neuss. "Von dort gab es noch keine Rückmeldung, dass auffallend viele Meerbuscher Jugendliche betroffen wären", sagt sie.

Die Entscheidungshoheit liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Karin Hamacher, Sprecherin der KV, will prüfen. Denkbar seien mehrere Modelle: Kirch wird als niedergelassener Kassenarzt zugelassen. Oder Treppmann eröffnet eine Zweitpraxis in Meerbusch und stellt Kirch an. Dann müsse über die Methadonvergabe entschieden werden, so Hamacher.

(RP/rl)