1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Messebau-Firma aus Meerbusch stellt Luftfilter her

Wirtschaft in Meerbusch : Virenfreie Luft für Büros und Schulen

Die Firma Reiner Plum Messe- und Ladenbau an der Stadtgrenze zu Neuss hat Filter zur Desinfizierung der Raumluft entwickelt. Die Büdericher Boutique Meerstil ist das erste Geschäft in Meerbusch, in dem das Gerät installiert wurde.

Beim Schutz vor Coronaviren gewinnen Lufteinigungsgeräte immer mehr an Bedeutung. Vor allem jetzt im Winter bangen die Menschen in geschlossenen Räumen um ihre Gesundheit. Erst recht, wenn sich dort mehrere Personen aufhalten. Ständiges Stoßlüften ist bei Minustemperaturen keine Lösung. Kein Wunder also, dass viele Produzenten an Lösungen für saubere Luft arbeiten und entsprechende Filter entwickeln, mit denen die gefährlichen Aerosol-Partikel unschädlich gemacht werden sollen.

Als zuverlässige Methode gilt dabei der Einsatz von intensiver UV-C-Strahlung. Auf diese Technologie nimmt der Name Viruvex Bezug, den die Firma Reiner Plum Design ihrem Gerät zur Desinfizierung der Raumluft gegeben hat. „Die mit Viren beladene Luft durchströmt eine Röhre mit hoher UV-C-Dosisleistung und tritt an deren Ende gereinigt wieder aus“, erklärt Inhaber Reiner Plum. „Damit können alle Arten von Erregern inaktiviert oder abgetötet werden.“

Seit 35 Jahren betreibt Plum an der Stadtgrenze Meerbusch-Neuss ein erfolgreiches Unternehmen für Messe- und Ladenbau. Auch für das Jahr 2020 hatte er gut gefüllte Auftragsbücher von Kunden aus Deutschland und den angrenzenden Ländern. „Im März hat es dann gerappelt“, erzählt er. „Es verging kein Tag ohne Absage. Erst denkt man ja, das ist zu verkraften und wird nicht lange dauern. Dann bekommt man es mit der Angst zu tun, was aus der Firma und den 15 Mitarbeitern wird.“

  • Ida Glavas hat sich mit ihrem
    Kunsthandwerk aus Meerbusch : „Herzgemacht“ aus Büderich
  • David Norman und Rebekka Möller mit
    Buch über Meerbusch : Bunte Wimmelreise durch Meerbusch
  • Abdelkarim Afkir wechselt vom SC West
    Fußball in Meerbusch : FC Büderich: Niklas Strunz geht, Abdelkarim Afkir kommt

Als erste Maßnahme verkaufte er Desinfektionsmittel, Spuckwände und tüftelte Spielzeug aus. „Doch das war alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Reiner Plum. Bis ihm etwas einfiel: „Ich hatte einmal bei einem Kontakt mit dem Dormagener Krankenhaus erfahren, dass sensible Gerätschaften wie OP-Besteck mit UV-Strahlen keimfrei gemacht werden. Könnte man auf diese Weise nicht auch Luft reinigen? Diese Idee ließ mich nicht mehr los.“

Neu ist die Methode nicht. Sie wird seit 1960 praktiziert, aber bisher nicht in Räumen, in denen sich Menschen aufhalten. Plum machte sich schlau und wusste bald Bescheid: „Der Knackpunkt ist, dass dabei UV-Strahlung verwendet wird, die nach außen komplett abgeschirmt werden muss.“ Deshalb vertrauten er und sein Vertriebs- und Marketingchef, der Büdericher Alain K. Gerwin, auf die wissenschaftliche Expertise eines mit Strahlenschutz erfahrenen Physikers.

„Dieser Technologie ist höchster Respekt zu zollen“, erklärt Alain K. Gerwin. „Wir haben über Monate zahlreiche Messungen und Untersuchungen durchgeführt. Als Hersteller müssen wir garantieren können, dass die erforderliche Exposition der kontaminierten Luft nur innerhalb der Röhre erfolgt und keinerlei Strahlung austreten kann.“ Inzwischen wurde Viruvex vom Karlsruhe Institute of Technology (KIT) zertifiziert. Ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen.

Das Gerät wird in mehreren Varianten hergestellt, da es unterschiedliche Anforderungen erfüllen muss. Entscheidend für den erzeugten Luftaustausch ist jeweils die Kubikmeterzahl des Raumes, in dem es zum Einsatz kommt. Die ins Auge gefasste Zielgruppe ist groß: Schulen, Arztpraxen, Behörden, Gastronomie, Seniorenheime, Büros, Ladenlokale.

Das erste Meerbuscher Geschäft, in dem zwei schmale, geräuscharme Viruvex-Geräte installiert wurden, ist die Boutique Meerstil in Büderich. „Ich möchte, dass meine Kunden sich bei mir sicher fühlen“, sagt Inhaberin Kirsten Kappius. So konnten diese - zumindest bis zum Lockdown am Mittwoch - in Ruhe shoppen und Kleidung anprobieren. „Das geht nicht, wenn dauernd die Tür ins Freie offen steht“, sagt die Geschäftsfrau. „Ich sehe es auch als Schutz für mich selbst. Eine Maske wurde im Laden natürlich trotzdem getragen.“ Die Investition von rund 1300 Euro pro Gerät sei zwar nicht gerade gering, „aber man tut ja alles, um die Geschäfte irgendwie am Laufen zu halten“, betont Kappius.

Reiner Plum ist überzeugt, mit dem Gerät eine intelligente und zugleich Energie sparende Lösung gefunden zu haben. „Als Messebaufirma sind wir ohnehin dazu angehalten, flexibel und umweltfreundlich zu produzieren“, versichert er. Interessenten können sich von ihm individuell beraten lassen.

Info: www.reinerplumdesign.de