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Messe für veganen Lebensstil auf dem Areal Böhler in Meerbusch

Messe auf dem Areal Böhler : Luxus geht auch vegan

Auf der Veggie World auf dem Areal Böhler haben am Wochenende 142 Aussteller aus 13 verschiedenen Ländern nicht nur die veganen Klassiker präsentiert, sondern auch Kleidung, Weine und Lebensstil.

Wo soll es zuerst hingehen? Die Frage ist in der Veggie World gar nicht so einfach zu beantworten: 142 Aussteller aus 13 Ländern haben ihre Stände in den Hallen auf dem Areal Böhler aufgebaut und locken die Besucher mit ihren Produkten.

Beim Eishersteller Nomoo etwa, der Name steht für „keine Kuh“, ist die Schlange so lang, dass es erst mal daran vorbei geht. Süße Datteln, Brotaufstriche, Nüsse, Proteindrinks und eine Käse-Alternative aus Cashewkernen, alles steht zum Probieren bereit. Am Stand von Jacky F. hat sich eine Menschentraube gebildet: Alle sind neugierig, wie die Jackfruit, die in Deutschland nur wenige kennen, schmeckt. „Also, das überrascht mich doch sehr“, sagt Petra Fenner, die das Jackfruit Pulled Pork probiert. „Die Frucht schmeckt wie Fleisch. Echt lecker.“

Während es weiter an Tofu, Ingwershots und Weizengras vorbei geht, ertönt plötzlich lauter Applaus. Auf der Bühne zeigen die englischen Influencer Bosh! vor Publikum, wie sie ein Curry zubereiten und machen Werbung für ihre Kochbücher. Und wem die nötigen Küchengeräte fehlen, auch der wird auf der Veggie World fündig: Spezialmesser, Küchenmaschinen oder ein Chipsrad für die Mikrowelle sollen das Kochen erleichtern. Die Düsseldorfer Firma Ecotanca etwa hat ihre Edelstahl-Trinkflaschen und Lunchboxen mitgebracht. „Die Verschlüsse und Dichtungen der Flaschen ersetzen wir kostenfrei, wenn sie kaputt sind. So vermeiden wir, dass die Flaschen weggeworfen werden, nur, weil der Verschluss nicht mehr okay ist“, erzählt Claudia Schon. „Für uns ist jeder Nutzer unserer Flaschen Superman oder Superwoman, weil er die Welt besser macht.“

Gerade der Bereich Non-Food-Produkte wächst auf der Veggie World kontinuierlich. Hersteller von Kosmetik, Kleidung und Accessoires zeigen, dass für ihre Produkte kein Tier leiden muss. „Früher hat man immer gedacht, Leder sei das Beste“, sagt Cris Soares vom portugiesischen Schuhhersteller Verney. „Es gibt aber auch andere Materialien, die sehr überzeugend sind. Wir verwenden Mikrofaser, die aus Plastikflaschen gewonnen wird, und recycelte Kleidung als Obermaterial. Die Sohlen sind größtenteils aus recyceltem Gummi. Das Material ist waschbar und atmungsaktiv.“ Rein optisch kann man keinen Unterschied zu anderen Schuhen erkennen: Sie sind stylisch und bequem.

Auch Luxus gibt es auf der Veggie World: Der Caviar Palace hat seinen Kaviar auf Algenbasis mitgebracht, der auf kleinen Pfannkuchen serviert wird. „Der Hersteller hat sich gedacht, dass viele Menschen vegetarische Alternativen zu Fisch und Fleisch essen, warum also nicht auch zu Kaviar“, sagt Svitlana Mazur. „Konsistenz und Geschmack sind dem Kaviar ähnlich, und auch der Preis ist nicht viel anders.“ Champagner, edle Weine und Liköre ergänzen das Luxussegment. „Chocolate in a Bottle“ vereint den Geschmack von zartem Chardonnay und belgischer Schokolade. „Bei der Flaschengärung werden zerstoßene Kakaobohnen und eine Essenz von Haselnuss hinzugegeben“, erklärt Stefan Hitzler. „Das Besondere ist, beim Trinken nimmt die Nase den Geruch der Schokolade auf und der Mund den Geschmack des Chardonnays. Das ist etwas Neues und sicher nicht nur für Veganer interessant.“ Wer es süß mag kommt an zahlreichen Ständen mit veganer Schokolade, Eis, Kuchen und Bonbons auf seine Kosten. Die Firma Racoon wirbt mit einer gesünderen und umweltfreundlicheren Schokolade. „Für das perfekte gute Gewissen“, sagt Gründer Matthias Ludwig aus Düsseldorf. „Unsere Schokolade hat einen hohen Proteinanteil und ist mit Kokosblütenzucker gesüßt. Das ist gesünder. Der Kakao ist fair gehandelt und bio. Es ist uns wichtig, dass keiner ausgebeutet wird.“

Wer am Ende immer noch Hunger hat, findet bei den Foodtrucks eine große Auswahl an veganen Speisen. Döner, Burger, Waffeln oder Burrritos überraschen so manchen Besucher. „Ich bin kein Veganer und werde es auch bestimmt nicht werden“, sagt Besucher Malte Tischler. „Es ist aber interessant zu sehen, was es für Möglichkeiten gibt. Und einige vegane Alternativen kann ich mir schon in meinem Speiseplan vorstellen.“