Mehrheit im Rat der Stadt Meerbusch

Abstimmung : Rat für Bestattungswald im Meererbusch

Fast zwei Jahre ist es her, dass der Rat der Stadt Meerbusch sich erstmals für diese Form der naturnahen Bestattung ausgesprochen hat. Weil Satzungsänderungen nötig waren, wurde am Donnerstag ein zweites Mal abgestimmt.

Friedrich Freiherr von der Leyen selbst war bei der Abstimmung am Donnerstagabend im Rat nicht dabei. Über das „solide Ergebnis“ freut er sich, wie er am Morgen danach betont: „Ich bin sehr glücklich, dass eine erfreulich große Mehrheit im Rat für den Bestattungswald gestimmt hat.“

Sein besonderer Dank gehe an Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, „die sich von Beginn an für den Bestattungswald stark gemacht“ habe. „Mit dem Ratsbeschluss sind jetzt die Voraussetzungen geschaffen, um Verträge zu unterzeichnen und die notwendigen Genehmigungen einzuholen.“

Die Mehrzahl der Ratsmitglieder folgte mit ihrer Zustimmmung (bei 14 Gegenstimmen und einer Enthaltung) der Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses. Dessen Mitglieder hatten sich bereits Anfang des Monats mit elf Pro-Stimmen bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung für die Anlage eines Bestattungswaldes im Meererbusch, dessen Besitzer der Baron ist, ausgesprochen.

Zuvor gab es jedoch noch viele Fragen und auch kritische Stimmen. Die UWG-Fraktion beispielsweise wollte den Antrag in den Bauausschuss zurückweisen. Michael Betsch, Bereichsleiter Friedhöfe, Grünflächen und Baubetriebshof, betonte jedoch mehrfach, dass der Rhein-Kreis Neuss als Genehmigungsbehörde ausdrücklich bestätigt habe, dass er keine Bedenken gegen den Bestattungswald im Meererbusch habe.

Auch die Sorge, dass die Asche der Verstorbenen das Grundwasser verunreinigen könnte, entkräftete er. „Wenn die Regeln eingehalten werden, ist das nicht zu erwarten.“ Und das werde die Verwaltung regelmäßig überprüfen. Spaziergänger müssten auch nicht etwa befürchten, dass sie das Waldstück, das dann demnächst Bestattungswald sei, nicht mehr betreten dürften. Betsch: „Es gibt keine Einschränkungen; an dem allgemeinen Betretungsrecht ändert sich nichts.“

Er betonte zudem, dass die Nachfrage sowohl in Meerbusch als auch in umliegenden Städten da sei. Betsch: „So ein Angebot kann auf Meerbuscher Friedhöfen nicht geboten werden.“ Eben daran knüpfte Klaus Rettig (FDP) seine Kritik an: „Die städtischen Friedhöfe werden ausbluten, weil die Bestattung in einem Friedwald günstiger ist. Wir fördern genau das, wenn wir diesen Bestattungswald zulassen.“