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Meerbusch: Mehr Verkehr soll Osterath retten

Meerbusch : Mehr Verkehr soll Osterath retten

Die Osterather Kaufleute wollen mit einer ungewöhnlichen Maßnahme ihren Stadtteil beleben: Sie fordern mehr Durchgangsverkehr – indem die Meerbuscher Straße wieder durchgängig befahrbar gemacht wird.

Die Osterather Kaufleute wollen mit einer ungewöhnlichen Maßnahme ihren Stadtteil beleben: Sie fordern mehr Durchgangsverkehr — indem die Meerbuscher Straße wieder durchgängig befahrbar gemacht wird.

Der Vorstand der Werbegemeinschaft "Wir in Osterath" (WIR), Jörg Kroes, beklagt nicht nur die zahlreichen Leerstände im zweitgrößten Stadtteil Meerbuschs, er macht auch einen ungewöhnlichen Vorschlag, wie der Zustand beseitigt werden soll. "Wir brauchen mehr Durchgangsverkehr", sagt Vorsitzender Jörg Kroes. "Wenn die Meerbuscher Straße wieder durchgängig befahrbar wäre, wäre auch mehr Kaufkraft für die Händler im Ort zu erwarten."

Mit der Ortskernsanierung Osteraths wurde die einstige Bundesstraße B9 vor Jahren auf einem Teilstück in kommunale Obhut übergeben; zugleich wurde die Streckenführung geändert. Wer in den Ortskern möchte, muss nun hinter der Bahnschranke rechts in den Bahnhofsweg abbiegen, rund 250 Meter weiter im Kreisverkehr eine 360-Grad-Wendung vollziehen und auf dem Bahnhofsweg zurückfahren. Erst nach diesem Manöver können die Autofahrer die Fahrt in Richtung Osterather Ortskern auf der Meerbuscher Straße fortsetzen. Kroes bedauert: "Die meisten Autofahrer fahren am Kreisel geradeaus weiter in Richtung A44, sie fahren an Osterath vorbei." Und gingen so dem knapp 13 000 Einwohner starken Stadtteil als potenzielle Käufer verloren.

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Den Meerbuschern stehen jährlich 1548 Millionen Euro an Kaufkraft zur Verfügung. Fast 390 Millionen davon geben sie im Einzelhandel aus. Zum Einkaufen fahren die Meerbuscher mehr als die Bürger anderer Kommunen in die Großstädte — vor allem nach Düsseldorf, aber auch nach Krefeld. Der Anteil des Meerbuscher Einzelhandels am Gewerbesteueraufkommen der Stadt ist nach Auskunft der Städtischen Wirtschaftsförderung sehr gering.

Der Vorsitzende des Osterather Werberings verweist auf die Leerstände entlang der Meerbuscher Straße: "Vorne neben dem Netto-Markt steht seit vielen Jahren eine Bäckerei leer. Daneben befindet sich eine Gastronomie, für die seit langer Zeit ein Makler einen Pächter suchte." Ein Pächter habe sich nicht gefunden; der Makler habe aufgegeben, so Kroes. "Wir haben sehr viele Leerstände in Osterath." So wird es, wie gestern im Denkmalausschuss bekannt wurde, vorerst auch nichts mit einem Restaurant im "Hotel Weindorf". Ursprünglich wollte ein Pächter dort zum Sommer eröffnen. Realistischerweise wird es wohl frühestens Anfang 2013, teilte Denkmalpfleger Lutum gestern mit.

Der Werbering plädiert deshalb dafür, dass die Meerbuscher Straße wieder durchgängig befahrbar gemacht wird. Kroes: "Wir müssen sie nach geradeaus wieder öffnen."

(RP)