Meerbusch: Mehr Lokalpolitik für Jugendliche

Meerbusch : Mehr Lokalpolitik für Jugendliche

Das Freitagabendgespräch im Büdericher Café "Leib und Seele" hat ein neues Konzept. Beim Auftakt stand das Politikinteresse von Jugendlichen im Fokus.

Der 17-jährige Noah Mihan-Nejad machte am Freitag den Anfang beim neu aufgelegten Format des Freitagabendgesprächs, das immer am letzten Freitag des Monats im Café "Leib und Seele" der evangelischen Kirchengemeinde Büderich stattfindet.

Er ist SPD-Mitglied und aktiv bei den Meerbuscher Jusos und hatte sich viele Fragen zum politischen Journalismus und dem mangelnden Politikinteresse von Jugendlichen überlegt. Mit ihm diskutierten darüber Moderatorin Ulla Bundrock-Muhs von der Querkopf-Akademie, die beiden RP-Redaktionsmitglieder der Meerbuscher Lokalredaktion, Tanja Karrasch und Adrian Terhorst, sowie die anwesenden Gäste.

Den 17-Jährigen interessierte zum Beispiel, wie heutzutage über kommunalpolitische Themen so berichtet werden könne, dass dadurch auch das politische Interesse von Jugendlichen geweckt werde. "Medien, Politik und die Stadt sollten online noch stärker und auf unterschiedlichen Kanälen über Kommunalpolitik, wie zum Beispiel Ratssitzungen, berichten", lautete der Vorschlag des Schülers vom Rhein-Maas Berufskolleg in Willich.

Ralph Jörgens, Vorsitzender der FDP Meerbusch, sieht dies ähnlich: "Sinnvoll wäre die Einrichtung eines Jugendparlaments. Aber Politik und Verwaltung haben dafür bisher viel zu wenig Initiativkraft gezeigt." Noah Mihan-Nejad nahm aber auch die Schulen in die Pflicht, die im Politikunterricht mehr über das aktuelle politische Geschehen sprechen sollten.

Auch über die derzeitigen Koalitionsverhandlungen von SPD und Union wurde intensiv diskutiert. Kritik gab es teilweise für die Aktion der Jusos, die Bürger dazu aufrufen, in die SPD einzutreten, um gegen die große Koalition stimmen zu können.

Nach der Veranstaltung zog Noah Mihan-Nejad ein positives Fazit: "Die Vernetzung von Jugendlichen, Bürgern und Medien im direkten Gespräch ist aufschlussreich und lukrativ", sagte er. "Dies sollte man öfters machen."

Bei dem neu gestalteten Konzept der Gesprächsreihe im Café der Gemeinde sollen abwechselnd Jugendliche und ausländische Bürger, die in Meerbusch leben, miteinander ins Gespräch kommen. Unter anderem stellen sich am Freitag, 23. März, um 19 Uhr NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) und Oliver Keymis (Grüne) den Fragen junger Menschen.

(ate)
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