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Meerbusch: "Mehr Flugverkehr für Anwohner nicht akzeptabel"

Meerbusch : "Mehr Flugverkehr für Anwohner nicht akzeptabel"

Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtags, kritisiert den Plan des Flughafens, mehr Starts und Landungen zu ermöglichen

Die Ankündigung von Flughafen-Chef Christoph Blume, durch die flexiblere Nutzung der Nordbahn die Zahl der Flugbewegungen von heute 220 000 auf dann 252 000 Starts und Landungen auszuweiten, stößt auf harsche Kritik beim Vizepräsidenten des NRW-Landtags, Oliver Keymis (Grüne). "In den Spitzenstunden wären die Auswirkungen drastisch. 60 statt 47 Slots pro Stunde bedeuten fast 30 Prozent mehr Flugbewegungen", sagt der Lank-Latumer Landtagsabgeordnete. Für die Anwohner rings um den Düsseldorfer Flughafen und insbesondere die Menschen in Meerbusch, aber auch Kaarst und Ratingen sei dies nicht akzeptabel.

Keymis, ehemaliger verkehrspolitischer Sprecher der Grünen in NRW, bezweifelt, dass die Änderungen dem Angerland-Vergleich entsprechen. Der Vergleich legt fest, dass die Parallelstart- und -landebahn nur ersatzweise als Ausweichbahn in Zeiten des Spitzenverkehrs genutzt werden darf. Dies sei beschränkt auf maximal 50 Prozent der Betriebsstunden des Flughafens, bislang bewusst zum Schutz der Anwohner berechnet über den Zeitraum einer Woche. "Wenn diese 50 Prozent jetzt völlig frei über ein ganzes Jahr berechnet werden sollen, könnte im Sommer monatelang im Zweibahnbetrieb geflogen werden", sagt Keymis.

Im Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Ersatzbahn von 1983 sei von bis zu 91 000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten die Rede. Die heute geltende Genehmigung erlaubt bis zu 131 000 Flugbewegungen von Mai bis Oktober. "Man ahnt, welche Entwicklungen der Flughafen in den nächsten 30 Jahren im Blick hat", sagt Keymis. Dem Chef des Flughafens sowie dem Düsseldorfer Oberbürgermeister gehe es anscheinend nur noch darum, die Bürger über bereits fertig gestellte Pläne zu informieren. Wer die Interessen der Anwohner ernst nimmt, trete in einen echten Dialog ein.

(wie)