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Meerbusch: Mehr Dezibel für den Friedhof

Meerbusch : Mehr Dezibel für den Friedhof

An der Büdericher Friedhofskapelle kommt es trotz neuer Lautsprecheranlage weiter zu Schwierigkeiten mit der Akustik. Das hat auch mit der Lage in der Einflugschneise zu tun. Weitere Außenlautsprecher sollen helfen.

Der Abschied von jüngst Verstorbenen soll würdig ablaufen. Darin sind sich die Parteien einig. Doch bei Trauerreden in der Kapelle des Büdericher Friedhofs kommt es trotz in diesem Jahr neu angeschaffter Lautsprecheranlage immer wieder zu massiven akustischen Problemen: Speziell bei Bestattungen mit vielen Trauergästen sind die Worte des Redners, die von Außenlautsprechern nach draußen übertragen werden, dort zeitweise kaum zu verstehen.

Dabei spielt auch die Lage des Friedhofs in der Einflugschneise eine Rolle. Alle paar Minuten donnern die Düsenjets durch den Büdericher Luftraum. Doch auch bei schwachem Flugbetrieb reißen die Klagen nicht ab.

Die Politik hat nun den Kauf von weiteren Lautsprecherboxen für 2000 Euro beschlossen. Ob zusätzliche Dezibel das Problem lösen können, ist allerdings fraglich. Denn bei Fluglärm kann man auch nicht beliebig am Lautstärkeregler drehen — aus Rücksicht auf die Anwohner.

Mit ausgelöst wurde die jüngste Diskussion durch die Trauerfeier für den beliebten Grünen-Ratsherrn und Künstler Winfried "Winnie" Schmitz-Linkweiler. Ein Teil der Trauergäste folgte den Reden aus Platzgründen vor der Kapelle, bekam aber akustisch nicht alles mit.

Claus Klein, Fachbereichsleiter des städtischen Immobilienservice, kennt die Schwierigkeiten zur Genüge. "Sie treten vor allem bei ungeübten Rednern auf", so Klein. Bürgermeister Dieter Spindler bestätigt das.

Er war selbst mehrfach als Trauerredner in Büderich tätig und weiß um die Situation: "Es geht schon. Man muss aber daran denken, nah an das Mikrofon heranzugehen". Dass emotional bewegte Trauerredner das bei ihrer Rede vergessen würden, sei verständlich.

Grünen-Frakionschef Jürgen Peters warf daraufhin ein, dass bei der Beerdigung von Winfried Schmitz-Linkweiler selbst die Worte eines routinierten Redners wie des Grünen Landtagsabgeordneten Oliver Keymis zeitweise kaum zu verstehen gewesen seien.

Nach Anträgen der Parteien hat die Stadt auch schon bauliche Veränderungen geprüft. Vorgeschlagen waren ein Plexiglas-Vordach und die Schließung des offenen, überdachten Bereichs vor dem Eingang durch Einbau von Plexiglas-Elementen zwischen den Säulen. Das wäre auch ein Regenschutz gewesen.

Es stellte sich allerdings heraus, dass das alles akustisch nichts bringen würde. Außerdem hätten die Maßnahmen einen starken Eingriff in die historische Fassade der Kapelle von 1953 bedeutet.

Neben dem Kauf neuer Boxen soll nun das Friedhofs-Team besser im Umgang mit der Anlage geschult werden, damit es nicht auch noch zu technischen Verzögerungen bei den Trauerreden kommt. Eine kurze Instruktion für Trauerredner zum Umgang mit dem Mikro ist ebenfalls denkbar. Frage des Tages

(RP)