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„Mehr Busch“ für Meerbusch

Naturschutz-Aktion : „Mehr Busch“ für Meerbusch

Der BUND verschenkt 400 Sträucher, die besonders Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten sollen. Weil viele Gärten in Meerbusch inzwischen mit Kies oder großen Terrassen versiegelt sind, haben es die kleinen Tiere schwerer.

Die BUND-Ortsgruppe Meerbusch verschenkt 400 Sträucher für Meerbuscher Gärten. Damit soll es für Bienen und andere Insekten in der Stadt einfacher werden, genügend Futter zu finden. Denn das Insektensterben sei auch in Meerbusch spürbar, sagt BUND-Mitglied Astrid Hansen. Eine Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, wies unter anderem in Krefeld nach, dass der Insektenbestand in der Region innerhalb von rund drei Jahrzehnten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen war. „Und Krefeld ist ja wirklich nur einen Steinwurf entfernt“, sagt Hansen.

Gründe für das Insektensterben in der Region gibt es viele. Wie fast überall spielt die intensive Landwirtschaft eine Rolle. Pflanzenschutzmittel vernichten viele Unkräuter, die früher zwischen den Nutzpflanzen auf den Feldern wuchsen und Insekten Nahrung boten.

Doch vor allem geht es dem BUND mit seiner Aktion unter dem Motto „Mehr Busch“ um die Gärten in der Stadt. Denn auch die hätten sich stark verändert: „Es ist derzeit in Mode, die Gärten sehr unökologisch zu gestalten“, sagt Hansen – ohne daraus einen Vorwurf machen zu wollen. Denn vielen Gartenbesitzern, die etwa ihre Vorgärten mit Kies bestücken, sei gar nicht bewusst, dass sie dadurch den Insekten Nahrung nehmen würden. Weil unter dem Kies oft ein Vlies liege oder der Kies mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wird – damit sich kein Moos bildet – würden weder Pflanzen eine Chance zum Wachsen haben noch bekämen Regenwürmer und andere Erdbewohner genug Wasser und Luft zum Leben.

Hinzu kommt laut Hansen, dass derzeit exotische Pflanzen in Mode sind. „Es ist vielen nicht bekannt, dass durch die Züchtungen kaum Nektar in den Pflanzen ist“, sagt sie. Weil etwa Blumen etwas fürs Auge bieten sollen, würden sie mit besonders vollen Blüten gezüchtet – in diese kämen die Insekten aber kaum noch hinein.

Deshalb hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Meerbusch nun die Sträucher-Aktion ins Leben gerufen. Die heimischen Pflanzen, die der Verein ausgesucht hat, bieten Insekten besonders viel Nahrung und sind pflegeleicht. Möglich gemacht hat die einmalige Aktion eine Großspende eines Osterather Unternehmens. Wer einen Strauch haben möchte, muss sich auf der Homepage www.mehr-busch.de eintragen. Dort kann ausgewählt werden, ob es ein Strauch für einen sonnigen, halb-schattigen oder schattigen Standort sein soll. Die Gehölze können Ende Oktober in Osterath-Bovert abgeholt werden. Die Pflanzen kommen von einer Biogärtnerei, sind eingetopft und zwischen 30 bis 80 Zentimeter hoch. Auf der Webseite kann auch angegeben werden, wie groß der Strauch höchstens werden darf. Der BUND wählt dann einen passenden Strauch aus.