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Meerbusch: Mehr Bürger, weniger Müll

Meerbusch : Mehr Bürger, weniger Müll

Lob vom Fachbereich Umwelt für die Bürger: Die Meerbuscher haben im vergangenen Jahr 1200 Tonnen weniger Abfall produziert. Auch das Elektroschrott-Aufkommen ging zurück – weil viel Altmetall gestohlen wird.

Lob vom Fachbereich Umwelt für die Bürger: Die Meerbuscher haben im vergangenen Jahr 1200 Tonnen weniger Abfall produziert. Auch das Elektroschrott-Aufkommen ging zurück — weil viel Altmetall gestohlen wird.

525,4 Kilogramm — das ist das Gewicht des Abfalls, den jeder Meerbuscher (durchschnittlich) im vergangenen Jahr produziert hat. Das ist zwar immer noch ein ganzer Berg, allerdings hat sich das Abfallverhalten der Meerbuscher in den vergangenen Jahren merklich gebessert. Im Vergleich zu 2009 ging das Abfallaufkommen um 1202 Tonnen (24,4 Kilo pro Bürger) zurück. Und obwohl die Zahl der Meerbuscher von 54 111 auf 54 334 gestiegen war.

Beim Restmüll, der mehr als ein Drittel des Gesamtabfalls ausmacht, liegen die Meerbuscher mit 195,9 Kilo pro Bürger zudem deutlich unter dem Kreisdurchschnitt (232,5 Kilo). Am besten im Rhein-Kreis schneidet Jüchen mit 166,9 Kilo/Einwohner ab.

"Bürger trennen ordentlich"

"Die Meerbuscher trennen ihren Müll sehr ordentlich", lobt Heiko Bechert, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, der den detaillierten Abfallbericht im Umweltausschuss vorstellte.

Bis auf Leichtverpackungen (plus 400 Gramm pro Bürger) ging 2010 das Aufkommen aller Müllsorten in Meerbusch zurück: Die Stadt sammelte 199 Tonnen weniger Sperrmüll ein, beim Bio- und Grünabfall sanken die Mengen um 312 und 201 Tonnen. Bei Altpapier fielen 64, bei Altglas 158 Tonnen weniger an.

Im Umweltausschuss lösten diese Zahlen die Frage aus, ob der Rückgang damit zu tun haben könnte, dass Bürger verstärkt Abfall in Rheinwiesen und Wäldern abkippen. Antwort von Bechert: Nein, beim "wilden Müll" habe es keine auffälligen Steigerungen gegeben.

Erklären konnte der Fachbereichsleiter den Rückgang beim Elektroschrott um mehr als ein Viertel (minus 98 auf 272 Tonnen). Das habe mit dem gestiegenen Altmetallpreis zu tun. Dieser führe dazu, dass mehr zur Abholung bereitgestellter Elektroschrott gestohlen werde.

Selbst nach massiven Metalldiebstählen fällt im wohlhabenden Meerbusch übrigens fast doppelt so viel Elektroschrott pro Bürger an, wie im Kreisdurchschnitt (fünf statt 2,8 Kilogramm). Dass die Meerbuscher fleißige Zeitungs- und Zeitschriftenleser sind, kann man am Altpapier messen: 80,3 Kilo fielen 2010 pro Meerbuscher an. Fast zwei Drittel davon wanderte in Altpapiercontainer (63,5 Prozent). Gut ein Drittel landete in Papiertonnen.

Die Meerbuscher geben auch reichlich gebrauchte Textilien in die Altkleidersammlungen von DRK (91 Tonnen) und Maltesern (115 Tonnen). Allerdings gingen auch diese Zahlen im Jahresvergleich zurück (minus 10,4 Prozent).

(RP)