1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Meerbuschs Wirtschaft stabil

Meerbusch : Meerbuschs Wirtschaft stabil

Creditreform stellt die neuen Entwicklungen bei den Unternehmensinsolvenzen vor. Für Meerbusch sind 41 Pleiten registriert. Dem gegenüber stehen rund 500 Neuanmeldungen im Gewerberegister.

Insolvenzverfahren ziehen sich nicht selten über eine lange Zeit hin. Das Amtsgericht Düsseldorf veröffentlicht zum Beispiel in seinen amtlichen Bekanntmachungen jetzt zwei Fälle aus Meerbusch, deren Anfänge einige Jahre zurück liegen. So hat das Gericht nun der Schlussverteilung für eine "Druck & Verlag GmbH" aus Büderich zugestimmt. Das Aktenzeichen stammt aus dem Jahr 2000. Nicht weniger weit zurück reicht der Beginn des Insolvenzverfahrens für die "Autohaus Meerbusch GmbH & Co KG" aus Büderich. 2002 hat der heute in San José in Costa Rica lebende Geschäftsführer das Verfahren in Gang gesetzt.

"In unsere Statistik fließen sowohl die Anträge auf Eröffnung des Verfahrens als auch die abgelehnten und abgeschlossenen Verfahren ein", erklärte Dr. Rainer Bovelet für die Creditreform. Die reinen Zahlen besitzen deshalb für das jeweilige Kalenderjahr keine ganz genaue Aussagekraft über die konjunkturelle Entwicklung und bilden eher einen Trend ab. Über einen längeren Zeitraum betrachtet sind sie jedoch geeignet, Aussagen über die Stabilität der Wirtschaft sowie einzelner Branchen in einer Kommune zu treffen.

Die aktuelle Auswertung für die zurückliegenden zwölf Monate ergibt folgendes Bild: Die Zahl der Insolvenzen habe sich 2011 im Rhein-Kreis Neuss uneinheitlich und insgesamt weniger dramatisch entwickelt als befürchtet, erklärte Bovelet. Während vor allem in Kaarst und Grevenbroich die Pleitenkurve für die Unternehmen steil nach oben zeigte, konnte Neuss seine Negativentwicklung ins Positive umkehren. In Meerbusch blieb die Lage stabil. Statt 38 Insolvenzen für 2010 registrierten die Statistiker für 2011 drei Fälle mehr (nämlich 41), was einem Anstieg von 7,9 Prozent (Kreisdurchschnitt 8,3 Prozent) entspricht.

Dem Handwerk gehe es ganz gut. Förderprogramm für regenerative Energien und der Trend zu Investitionen in Stein sorgten für volle Auftragsbücher. Von Pleiten betroffen seien in starkem Maße Jungunternehmer und Gewerbetreibende mit nicht tragfähigen Geschäftsideen.

Den 41 Insolvenzen in Meerbusch stehen laut Stadtsprecher Michael Gorgs rund 500 neue Gewerbeanmeldungen gegenüber. Exakt 769 Personen seien als Gewerbetreibende im vergangenen Jahr in der Stadtverwaltung neu eingetragen worden. Darunter fallen unter anderem auch Bürger mit Photovoltaikanlagen auf ihrem Eigentum und die mit kleineren Nebentätigkeiten. "Die Liste der Gewerbetreibenden wird regelmäßig stark durchgemischt. Die Zahl der An- und Abmeldungen hält sich in etwa die Waage", informierte Gorgs auf Anfrage.

Für 2011 zieht Creditreform für den regionalen Raum Düsseldorf und Rhein-Kreis Neuss ein positives Fazit. Die lokale Wirtschaft zeigte sich trotz "negativer globaler Rahmenbedingungen in sehr guter Verfassung". Das Geschäftsklima präsentierte sich stabil, die Arbeitslosenquote pendelte sich "auf ein äußerst niedriges Niveau" ein, bei weiter fallender Tendenz. Die Arbeitnehmer rechneten mit höheren Einkommen. Dem privaten Konsum komme so eine wichtige Rolle zu, um für Deutschland eine Rezession zu vermeiden, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung.

(RP)