1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Meerbuschs Jobcenter schließt in sechs Tagen

Meerbusch : Meerbuschs Jobcenter schließt in sechs Tagen

Für Meerbuscher Hartz-IV-Empfänger werden die Wege zum Amt weiter: Das Jobcenter im alten Osterather Rathaus schließt. Zuständig ist künftig das zentrale Jobcenter in der Nähe des Neusser Bahnhofs

Nach sieben Monaten Bauzeit nahm Wendeline Gilles nun den symbolischen Schlüssel für das neue Gebäude an der Karl-Arnold-Straße in Neuss von Investor Roland Herbert entgegen. "Wir bieten mit diesem Haus und der neuen Aufstellung für die Kunden sowie für die Mitarbeiter künftig optimale Bedingungen", sagte die Geschäftsführerin des Neusser Jobcenters.

Schlüsselübergabe Jobcenter mit Hans Jürgen Petrauschke, Wendeline Gilles (Geschäftsführerin ), Angela Schoofs (Agentur für Arbeit) und Investor Roland Herbert (von links). Foto: Woi

Bis Ende des Monats werden Mitarbeiter aus Meerbusch, Kaarst und Korschenbroich in die neuen Räume ziehen. Das Meerbuscher Jobcenter in Osterath an der Hochstraße wird geschlossen. "Durch die Zusammenlegung der Standorte findet eine Vernetzung statt, die sowohl den Kunden als auch den Mitarbeitern lange Wege erspart", erklärte Christoph Janßen, Sprecher des Jobcenters Rhein-Kreis Neuss. "Für viele Angelegenheiten gibt es jetzt eine Anlaufstelle. Mussten die Kunden bisher zum Beispiel für die Arbeitsvermittlung zur Marienstraße gehen und für die Leistungssachbearbeitung zur Promenadenstraße, haben sie jetzt alles in einem Gebäude."

Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der ebenfalls zur Schlüsselübergabe gekommen war, sieht die Zusammenlegung positiv. In Bezug auf die Arbeitslosenvermittlung erhofft er sich durch den neuen Standort ganz konkreten Nutzen. "Der Neubau des Jobcenters ist verkehrsgünstig in Neuss gelegen und erfüllt die Bedürfnisse einer modernen, kundenorientierten Verwaltung. Ich hoffe, dass durch die vernetzten Serviceangebote unter einem Dach Menschen noch besser betreut und in Arbeitsstellen vermittelt werden können." Am neuen Standort werden auch Aufgaben wie Unterhalt, Widerspruchsstelle und Angelegenheiten nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz wahrgenommen. Auch die Geschäftsführung und der Bereich Zentrale Dienste sind jetzt dort angesiedelt.

Im Vorfeld und noch bis in die Bauphase hinein spielte das Sicherheitskonzept des Gebäudes eine herausragende Rolle. Nach dem Mord an einer Mitarbeiterin des Jobcenters Stresemann-Allee im September vergangenen Jahres bekam die Frage, wie Mitarbeiter vor Übergriffen geschützt werden können, eine neue Bedeutung. Anpassungen des Sicherheitskonzepts seien laufend diskutiert worden, sagte Sprecher Christoph Janßen. "Eine Neuerung sind zum Beispiel die Durchgangstüren zu Nachbarbüros, durch die Mitarbeiter bei einem möglichen Übergriff fliehen können." Zudem gebe es mehr Sicherheitspersonal.

In den nächsten Tagen werden die letzten Vorbereitungen für den Einzug der rund 230 Jobcenter-Mitarbeiter getroffen. Kommende Woche beginnt der Umzug. Am 21. Oktober werden die ersten Teams ihre Arbeit am neuen Standort aufnehmen.

(RP)