Meerbuscherin Sophie von Schimpff und ihr Label Sitz & Sack

Sophie von Schimpff steht hinter „Sitz & Sack“ : Sitzsack aus Büderich erobert die Wohnzimmer

Sophie von Schimpff ist nicht nur kreativ, sondern auch praktisch. Mit ihrer Firma „Sitz & Sack“ entwirft sie deshalb schöne, alltagstaugliche Dinge

Manchmal wirkt Sophie von Schimpff tatsächlich noch ein wenig überrascht, wenn sie über den Erfolg ihres Labels „Sitz & Sack“ spricht. Denn dass aus ihrer Idee mal ein „richtiges“ Geschäftsmodell werden würde, hatte sie ursprünglich gar nicht im Sinn. „Ich habe anfangs nur für den eigenen Bedarf genäht“, erzählt die 48-Jährige. In ihrem Fall bedeutet das: für drei Söhne (mittlerweile 9,12 und 14 Jahre alt), Mann und Hund.

Sophie von Schimpffs erstes Produkt war der Sitzsack: bequem, waschbar und mit dem Gurt als Markenzeichen. . Foto: ena

Vor der Geburt ihrer Kinder hat sie als Architektin gearbeitet. „Und zwar mit Herz und Seele – deshalb hatte ich das Gefühl, nicht gleichzeitig meiner Familie und meinem Beruf gerecht werden zu können“, erzählt die Büdericherin. Also hat sie genäht: Tobematten für die Jungs, Betthimmel, Kissen und was sonst so gebraucht wurde im Hause von Schimpff. Irgendwann war das auch ein Sitzsack. „Denn mein Mann und ich wollten unser Sofa zurück, das die Jungs ständig zum Toben und Höhlen bauen missbrauchten“, erinnert sie sich und lacht. Vielseitig verwendbar und bequem sollte der Sitzsack sein, robust, leicht zu waschen und natürlich richtig chic. Und damit auch der Jack Russell endlich seinen Platz auf dem Sofa räumte, bekam der zeitgleich sein eigenes Hundekissen. Ebenso wie der Sitzsack mit einem praktischen Gurt dran – das Markenzeichen von „Sitz & Sack“. „Daran zieht Buddy sein Kissen alleine in den Garten, wenn er Lust hat“, erzählt die Macherin.

Zum Portfolio gehören bunte Taschen, Täschchen und Kulturbeutel. Foto: ena

Ihren ersten Sitzsack hat sie im Herbst 2010 genäht, damals noch aus einfachem Stoff, der Innensack war ein alter Bettbezug. „Mittlerweile habe ich das perfekte Material gefunden“, erklärt Sophie von Schimpff. Auch die Innensäcke näht sie selbst und schickt sie dann zu „ihrem Styropormann“, der diese dann in seiner Garage mit den Kügelchen befüllt. „So habe ich immer etwa zehn Innensäcke auf Vorrat gelagert“, sagt sie. Mittlerweile hat die gelernte Schreinerin im Souterrain ihrer Wohnung eine richtige kleine Produktionsstraße mit vier verschiedenen Maschinen. An denen näht sie nicht nur Sitzsäcke und Hundekissen, sondern auch verschiedene Reisetaschen, Shopper, Kleidersäcke und Kulturbeutel. Die Idee zu den großen Taschen entstand übrigens wieder aus einer Alltagssituation heraus: „Wenn meine Söhne irgendwo zum Übernachten waren, haben wir das Bettzeug immer in diese blauen Ikea-Taschen gestopft. Die sind zwar praktisch, aber lassen sich nicht verschließen und sehen alle gleich aus.“ Bei den robusten, wasserdichten „Sitz & Sack“-Taschen sind hingegen alle Farbkombinationen aus Gurt und Tasche möglich, außerdem können sie mit Namen, Initialen und sogar Firmenlogos versehen werden. „Dafür habe ich mir extra eine Stickmaschine angeschafft.“ Der Renner bei den Kunden ist der Weekender: „Praktisch, fröhlich und ohne Gedöns – so wie ich“, sagt die Erfinderin über ihre Produkte.

Dass sie diese überhaupt verkauft, hat Sophie von Schimpff ihrer Freundin zu verdanken. „Die hat vor acht Jahren einen Privatverkauf mit Freundinnen und Bekannten organisiert, der ein Riesenerfolg wurde.“ Viele Kontakte entstehen seitdem über Mund-zu-Mund-Propaganda, aber auch der Online-Handel läuft gut. „Und jetzt im Herbst bin ich fast jedes Wochenende auf den großen Herbstausstellungen und Weihnachtsbasaren in ganz Deutschland unterwegs und verkaufe dort meine Sachen.“ Für solche Großaufträge hat sie das Nähen ausgelagert. „Die Sitzsäcke und Taschen-Einzelbestellungen nähe ich aber immer noch selbst, und das täglich.“ Wenn die Zeit es irgendwann zulässt, will die Unternehmerin ihren Fokus verstärkt aufs Marketing und auch auf mögliche Kooperationen mit Geschäften legen. „Aber“, betont sie, „aktuell brauche ich noch die Zeit für meine Kinder und kann gar nicht so groß werden.“

www.sitzundsack.de