1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbuscher Verwaltungsmitarbeiter in Ruhestand verabschiedet

Heinrich Westerlage und Helmut Fiebig : Zwei „Klassiker“ gehen in den Ruhestand

Heinrich Westerlage leitete das Rechtsamt und den späteren Service Recht. Helmut Fiebig arbeitete zunächst als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, später als Kämmerer in Diensten der Stadt Meerbusch. Nun wurden sie verabschiedet.

(RP) Es sind nicht gerade die öffentlichkeitswirksamen und vielleicht auch nicht die beliebtesten Jobs, die die beiden im Rathaus erledigt haben – dennoch gelten Heinrich Westerlage und Helmut Fiebig längst als Klassiker in der Meerbuscher Stadtverwaltung.

Volljurist Westerlage leitete 35 Jahre lang das städtische Rechtsamt und den späteren Service Recht. Helmut Fiebig arbeitete seit 1992 in Diensten der Stadt – zunächst als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, später als Kämmerer. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage und der Erste Beigeordnete Frank Maatz verabschiedeten die „alten Hasen“ jetzt offiziell in den Ruhestand.

Als gebürtiger Niedersachse aus dem Raum Osnabrück galt Heinrich Westerlage in Politik und Verwaltung schon genetisch bedingt immer eher als nüchterner Zeitgenosse. Dennoch vermochte er – wenn nötig – auch mit feinsinnigem Humor zu überraschen. Seine Aufgabe als Leiter des Rechtsamtes hat ihm nach eigenem Bekunden „immer Freude bereitet. Und mir war nie langweilig“. Schon früh erkannte Westerlage, dass „die Stadt Meerbusch offenbar mehr als alle anderen Städte die Chance sucht, vor Gericht ihr Recht zu bekommen“. Dieser Tatsache bescherte ihm über dreieinhalb Jahrzehnte lang teils beängstigend hohe Aktentürme auf dem Schreibtisch und entsprechend viel Arbeit. „Intensives Aktenstudium ist die Grundlage jeder Verwaltungsarbeit“, so eine Weisheit, die Westerlage schon mit seinem ersten Chef in Meerbusch, dem damaligen Stadtdirektor Edgar Sonnenschein, und dem späteren Bürgermeister Dieter Spindler teilte. Bei einer langen Reihe von Verfahren, die er im Auftrag der Stadt führte, hatte Westerlage reichlich Gelegenheit dazu. Die stets neuen Expansionsgelüste des Flughafens Düsseldorf, gerichtliche Auseinandersetzungen um die Bebauung des Geländes von Haus Meer, der Bau der A44-Rheinquerung oder der zehrende Kampf gegen den heftig umstrittenen Stromkonverter am Rande Osteraths begleiteten die Ära Westerlage. „Dabei haben Sie sich sehr bald neben einem immensen juristischen Erfahrungsschatz viel Verhandlungsgeschick erworben. Hinzu kam die Fähigkeit, im Kampf ums Recht niemals vorschnell aufzugeben“, sagte der Erste Beigeordnete Frank Maatz in seiner Laudatio. „Gegen die beeindruckende Riege von Top-Anwälten auf Seiten des Flughafens hielten Sie tapfer die Flagge der Stadt Meerbusch hoch und setzten dem Gegner empfindlich zu.“

Auch für Helmut Fiebig gab es zum Abschied viel Lob. Obwohl schon seit 2008 Stadtkämmerer, sei der Monheimer „im Herzen immer Rechnungsprüfer geblieben“, sagte Angelika Mielke-Westerlage. „Gleichwohl wären Sie nicht Helmut Fiebig, wenn Sie nicht auch in der Rolle des Kämmerers voll und ganz aufgegangen wären.“ Nur zu gern habe er dem Haupt- und Finanzausschuss oder dem Stadtrat blumig die aktuelle finanzielle Lage der Stadt dargelegt oder die Politiker in die Feinheiten kommunaler Haushaltswirtschaft eingeweiht. „Und auch wenn es galt, unangenehme Nachrichten zu verkünden, so taten Sie dies mit angemessener Haltung und Würde“, so die Bürgermeisterin schmunzelnd.

Von Fiebigs umfangreichen, weit über sein eigentliches Aufgabengebiet hinausgehenden Fachkenntnissen habe die Stadt profitiert. „Wir waren bisweilen unterschiedlicher Meinung über den Weg – aber über das gemeinsame Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt zu erarbeiten, waren wir uns immer einig.“ Fiebig galt in der Stadtverwaltung als überaus zuverlässig, sparsam und loyal, überraschte immer wieder auch mit unkonventionellen Ideen.

Ihre alte Wirkungsstätte können Heinrich Westerlage und Helmut Fiebig entspannt zurücklassen. Die Nachfolger Marc Saturra (Recht) und Christian Volmerich (Finanzen) haben ihre Arbeit bereits aufgenommen.