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Meerbuscher Tennisspielerin ist Spielerin des Jahres in der Seniorenklasse

Sport in Meerbusch : Reinhilde Adams holt sich die Krone im Seniorentennis

Die 68-jährige Lank-Latumerin ist vom Tennisweltverband zur Spielerin des Jahres gekürt worden. In der vergangenheit hat sie den Titel mehrfach knapp verpasst. Ihr Erfolgsrezept: „Ich bin läuferisch topfit.“

Reinhilde Adams ist jetzt von Tennisweltverband zur Spielerin des Jahres gekürt worden. Damit honorierte die International Tennis Federation (ITF) die großartigen Erfolge, die die Lank-Latumerin in der jüngsten Vergangenheit errungen hat.

Adams hatte bei der Tennis-Weltmeisterschaft für Senioren im kroatischen Umag zwei Medaillen abgeräumt. Sie holte Silber mit dem deutschen Team und Bronze in der Einzel-Konkurrenz in der Altersklasse der Über-65-Jährigen. Bei den European Open für Seniorinnen im österreichischen Pörtschach hatte sie den Europameistertitel geholt und sich zudem bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Neuenahr den langersehnten Traum vom ersten großen Einzel-Titel auf nationaler Ebene erfüllt.

„Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon mehrfach knapp an dem Titel vorbeigeschrammt bin, freue ich mich nun umso mehr über diese schöne Auszeichnung“, sagt die 68-Jährige.

Gerne hätte sie in diesem Jahr viele weitere Trophäen in ihren Schrank gestellt, doch die Corona-Pandemie ließ die meisten Wettbewerbe lange stillstehen. Mitte März hatte Adams noch bei einem ITF-Turnier in Frankreich das Endspiel erreicht, danach wurden alle Turniere abgesagt.

Weder wurden Sieger bei den Deutsche Meisterschaften noch bei den Europa- und Weltmeisterschaften gekürt. „Es ist wahnsinnig schade, dass alle sportlichen Höhepunkte der Pandemie zum Opfer gefallen sind“, sagt Adams. Im Frühling musste sie darüber hinaus auch noch wegen Nierensteinen für fast zwei Monate komplett mit dem Tennis aussetzen. Erst seit Mitte Juli steht die Sportlerin wieder auf dem Platz.

Die lange Zwangspause hat sich aber nicht auf ihre Leistung ausgewirkt. Seitdem seit Mitte August wieder Turnier erlaubt sind, hat Reinhilde Adams kein Match mehr verloren. Sie entschied die beiden ITF-Turniere in Dormagen und Venlo jeweils souverän für sich und war darüber hinaus bei kleineren Veranstaltungen in Korschenbroich, Marienburg, Ratingen, Mönchengladbach, Hilden, Schwerin, Dormagen und zuletzt in Dinslaken erfolgreich.

„Das Niveau war natürlich nicht mit den sonstigen Turnieren vergleichbar, dennoch war die eine oder andere starke Kontrahentin dabei“, sagt Adams.

Da die Freiluftsaison im Tennis sich allmählich dem Ende neigt, ist bereits jetzt klar, dass die Lank-Latumerin das Jahr hinter den beiden US-Amerikanerinnen Tina Karwasky und Wendy Mccolskey als Weltranglisten-Dritte beenden wird. Die Basis ihres Erfolgs sieht die 68-Jährige nach wie vor in ihrer großartigen Fitness: „Es gibt sicher einige Spielerinnen, die die besseren Schläge haben als ich. Dafür bin ich läuferisch topfit und erreiche so viel mehr Bälle als andere.“