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Meerbuscher Stadtverwaltung verabschiedet ihren Kulturbeauftragten

Kulturbeauftragter geht jetzt wandern : Abschied von der Meerbuscher Kultur

Für den städtischen Kulturbeauftragten Thomas Cieslik beginnt der Ruhestand. Er nutzt die Zeit für seine Hobbys und freut sich auf weitere Herausforderungen. Miriam Erkens wird seine Nachfolgerin.

Drei wichtige Stationen hat Thomas Cieslik in 43 Jahren Tätigkeit bei der Stadt Meerbusch durchlaufen – die Musikschule, die Volkshochschule und als Kulturbeauftragter den städtischen Fachbereich Schule, Sport, Kultur. Jetzt beginnt für den 65-Jährigen der Ruhestand: „Ich gehe mit einer Träne im Auge, aber auch mit dem Gefühl der Freude auf mehr Zeit für meine Hobbys.“

Dazu gehört an erster Stelle das Wandern. „Meine Partnerin und ich haben ein Großprojekt gestartet. Ziel ist es, Deutschland zu Fuß zu umwandern“, erzählt Thomas Cieslik. Gut die Hälfte der rund 3800 Kilometer sind bereits geschafft. Nächster Ausgangspunkt – er wird mit dem Zug erreicht – ist Passau: „Dann liegt die Überquerung des Bayrischen Walds mit Erhöhungen bis zu 1500 Meter vor uns.“ Beim Wandern bleibt Gelegenheit, zurück zu schauen.

Als Fazit kann vorab festgehalten werden, dass Thomas Cieslik immer für die Kultur in Verbindung mit menschlichen Kontakten brannte: „Die damit verbundenen Bereiche waren mir stets sehr wichtig. Ich habe mich häufig neu orientiert, Herausforderungen gern angenommen und mich auf neue Aufgaben eingestellt. Das war spannend.“ Von Haus aus ist der Vater und Großvater studierter klassischer Gitarrist. Schon während des Studiums hat er bei der Musikschule in Meerbusch unterrichtet und war anschließend dort 20 Jahre lang Musiklehrer. Dann wurde ihm die Stelle bei der VHS als Pädagogischer Mitarbeiter für die Bereiche Kultur und EDV angeboten: „Damals liefen uns die Menschen die Tür ein, alle wollten die Programme Word und Excel lernen.“

In den zehn Jahren seiner VHS-Tätigkeit hat sich allerdings viel verändert: „Es gab immer neue Herausforderungen.“ Trotzdem legte Thomas Cieslik parallel per Fernuniversität ein Grafik-Design-Studium ab: „Ich wollte den VHS-Auftritt professioneller gestalten.“ Es folgten vier Jahre als freigestellter Personalrat und dann die Aufgabe, sich als Kulturbeauftragter der kulturellen Belange der Stadt anzunehmen: „Ich hatte über 43 Jahre den selben Arbeitgeber, aber die Aufgaben waren immer wieder neu und spannend.“ Dass mit Miriam Erkens eine Nachfolgerin gefunden wurde, die er kurz einarbeiten konnte, freut ihn.

Privat pflegt er die Liebe zum Gitarrenspiel auch parallel zur Sprache seiner Heimatstadt Köln noch immer. Musikalisch begleitet sind von ihm Rezitationen in der Originalsprache zu hören, er führt Interessierte über den Kölner Melaten-Friedhof zu den Musiker-Gräbern, erinnert sich, an der Organisation eines europäischen Gitarrenensembles mit jungen Leuten aus neun Ländern unter dem kubanischen Dirigenten Leo Brouwer beteiligt gewesen zu sein und kann auf von ihm veröffentlichtes Lehrmaterial verweisen.

Erfolg hatte der Kulturbeauftragte auch mit der Einführung einer „Besinnlichen Mittagspause“ einmal wöchentlich in der Adventszeit an unterschiedlichen Standorten der Stadtverwaltung: „Dort wurde gemeinsam gesungen.“ Dass mit Jobs auch außerhalb des gängigen Kulturbereichs Geld verdient werden kann, beweist sein Sohn Florian. Nach dem Sport- und Germanistikstudium wurde er zum Poetry Slamer – und das mit großem Erfolg im deutschsprachigen Raum.