Meerbuscher Schwimmschule bietet Kurse für Kinder an

Schwimmschule in Strümp : Damit Kinder sicher schwimmen lernen

Sabine Eßmann, Mutter von zwei Kindern und Inhaberin der privaten Schwimmschule „swim4fun“ in Strümp, empfiehlt Eltern, ihre Kinder schon früh ans Wasser zu gewöhnen. Sie bietet Kurse für alle Altersgruppen an.

Immer weniger Kinder können sicher schwimmen. In Meerbusch bietet die private Schwimmschule „Swim 4 fun“ passende Schwimmkurse für Kinder jeden Alters an. Das kleine, private Schwimmbad liegt in Strümps Industriegebiet, an der Berta-Benz-Straße, und unterscheidet sich nicht nur in seiner Größe von öffentlichen Anlagen.

Es gibt dort ein elf mal fünf Meter großes Becken mit einer Wassertiefe von 135 Zentimetern, außerdem ein Spielzimmer für Geschwisterkinder, ein Turnzimmer, in dem spezielle Babykurse angeboten werden, eine Sauna, einen Entspannungsbereich sowie Umkleidekabinen mit geräumigen Wickelmöglichkeiten und Stellmöglichkeiten für Babyschalen.

Auch mit seinem Kursangebot versucht sich die Schwimmschule von anderen Anbietern abzuheben. Es gibt beispielsweise das Babyschwimmen, wo Säuglinge zwischen drei und zwölf Monaten Schritt für Schritt ans Wasser gewöhnt werden und spielerisch die Scheu vor dem Wasser verlieren sollen. Hinzu kommt das Kleinkinderschwimmen für Kinder von einem bis zu vier Jahren. Dort lernen die kleinen Schwimmer in drei Einzelkursen Stück für Stück, „von der Senkrechten in die Waagerechte zu kommen und dabei selbstständig den Kopf über Wasser zu halten“. Ziel ist es, ohne Schwimmhilfen schwimmen zu können. Mit „Pizza-Armen“ und „Froschbeinen“ werden zudem die motorischen Fähigkeiten der Kinder für das spätere Brustschwimmen trainiert.

In der Meerbuscher Schwimmschule bekommen Kinder erst dann ihre Abzeichen wie „Seepferdchen“ oder „Seeräuber“, wenn sie mindestens 45 Meter Brustschwimmen können. Anderswo reichen manchmal schon 25 Meter schwimmen, egal ob auf dem Rücken oder mit Brustschwimmen. „Das ist eine Gefahr für das Kind“, stellt Sabine Eßmann, Leiterin der Schwimmschule „Swim 4 Fun“, klar. Sie möchte, dass ihre Schwimmschüler sicher im Wasser sind.

Eßmann erklärt: „Die Orte mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für Badeunfälle sind beispielsweise der Kaarster See, der Rhein, private Pools, aber auch Regentonnen oder der Teich im Garten.“ Selbst im Schwimmunterricht in Schulen sei die Gefahr gegeben. Die Gründe dafür sieht sie nicht im Versagen der Lehrkräfte, sondern darin, dass Gruppen mit teilweise bis zu 30 Kindern für zwei Betreuer schlicht zu groß seien.

Kinder schätzten ihre Fähigkeiten zudem oft falsch ein. Deswegen sei es wichtig, den Schwimmschülern bereits früh die Angst vor Wasser zu nehmen, ihnen aber gleichzeitig genug Vorsicht zu vermitteln, damit ihnen bewusst sei: „Du gehst unter, wenn du nicht aufpasst.“ Es sei wichtig für die Kinder zu lernen, dass das Wasser sie trägt und dass sie sich zur Not sogar auf dem Wasser treiben lassen könnten, bis Hilfe kommt.

Auch wenn die Kurse in der privaten Schwimmschule in Strümp zwischen 100 und 170 Euro kosteten und nicht für jede Familie leicht zu finanzieren seien, sollte doch jedes Kind schwimmen können, sagt sie. Sabine Eßmann betont: „Es soll nicht am Geld scheitern. Für Alleinerziehende oder Geschwisterkinder können Ratenzahlungen vereinbart werden.“ Sozialhilfeempfänger könnten beim Sozialamt Zuschüsse beantragen. „Dann müssen sie zwar die Summe vorstrecken, bekommen aber den Betrag vom Amt erstattet.“

Um die Sicherheit der Kinder im Wasser zu fördern, gibt es neben den Anfängerkursen auch Kinder-Schwimmkurse für fortgeschrittene Schwimmer, die schon ohne Schwimmhilfen schwimmen können. Dort werden Technik und Ausdauer der jungen Nachwuchs-Schwimmer trainiert. Für die vorsichtigeren Kinder – oder auch Eltern – gibt es das Anfängerschwimmen mit Eltern. Begleitet werden Mutter und Kind dabei dennoch von einem erfahrenen Trainier im Wasser. In den Ferien wird oft das Familienschwimmen angeboten. „Damit die Familie etwas zusammen machen kann“, erklärt Sabine Eßmann. Auch einen Kursus für Schwangere gibt es, eine Art Aquafitness. Eßmann: „Schwangere Frauen empfinden es mit zunehmender Schwangerschaft als sehr angenehm, vom Wasser getragen zu werden. Außerdem hilft Aquafitness dabei, Wassereinlagerungen loszuwerden.“

Bei den Kunden besonders gefragt sei Privatunterricht. „Speziell Kinder profitieren davon, dass man noch intensiver auf sie eingehen kann“, sagt die Schwimmlehrerin. Der Privatunterricht sei wie eine Nachhilfestunde im Schwimmen. Der sogenannte Intensivkursus sei gut geeignet für Kinder, die bereits schwimmen können, aber eine bessere und effektivere Technik lernen wollen. Für alle Kinder, die nach dem Seepferdchen weiter regelmäßig schwimmen wollen, aber nicht in einen Verein möchten, gibt es den Schwimmclub, der sich einmal in der Woche trifft.

Bei allen Kursen sind die Teilnehmerzahlen auf zehn Kinder bei zwei Trainern beschränkt. Damit die Kinder sich in der Schwimmschule wohlfühlen, wurde die gesamte Schwimmhalle so angenehm wie möglich gestaltet: In der Halle ist es 35 Grad warm, die Wassertemperatur beträgt 32,5 Grad. Sicherheit hat für Sabine Eßmann oberste Priorität. Zu oft hat die gelernte Krankenschwester erlebt, wie gefährlich ein unvorsichtiger Umgang mit Wasser sein könne. „Für Kinder kann schon eine Pfütze oder die heimische Badewanne gefährlich werden.“

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