Meerbuscher Schüler wollen sich an der Politik beteiligen

Das Thema ist Partizipation: Schüler nehmen die Schulen in die Pflicht

Nachdem Meerbuscher Jugendliche letzte Woche mit Kommunalpolitikern der FDP, Piraten und CDU über eine Partizipation am politischen Leben diskutiert hatten, ging die Gesprächsreihe am Donnerstag in die nächste Runde.

Die zwei Schüler Niklas (17) und Dennis (15) trafen sich im Café Leib und Seele mit folgenden Politikern: Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD), Moco Ippers (Grüne) und Daniela Glasmacher (UWG). Die Schüler sprachen mit den Kommunalpolitikern darüber, warum junge Menschen sich so wenig politisch engagieren und wie man das ändern könne.

Wie auch in der Woche zuvor, machten die Jugendlichen die Schulen für das politische Desinteresse junger Menschen verantwortlich. Die Schulen würden sich nur an ihr Curriculum halten und selten auf aktuelle Themen eingehen. „Wir haben versucht mit den Lehrern zu sprechen. Dann hieß es nur, dafür haben wir keine Zeit oder es steht nicht im Lehrplan“, berichtete Niklas. Aktionen wie die simulierte Bundestagswahl hätten gezeigt, dass Schüler sich sehr wohl für politische Dinge engagieren würden, wenn sie die Möglichkeit hätten. Daher wollte Dennis wissen, inwiefern die Politik Einfluss auf die Lehrpläne nehmen könne. „Wir können das leider nicht direkt umsetzen. Aber wir können Vorschläge dazu machen“, antwortete Niederdellmann-Siemes. Ippers war der Meinung, dass man mit alternativen Schulkonzepten, bei denen Schüler ein Mitspracherecht im Curriculum hätten, viel erreichen könne. Als Alternative könnten die Schüler mit der SV zu den Fachschaften gehen und mit ihnen über ihr Anliegen diskutieren.

Auch die Kommunalpolitiker hatten Fragen an die Schüler. Für Glasmacher war es wichtig herauszufinden, über welche Plattformen Jugendliche überhaupt zu erreichen seien. „Wenn wir sie auf der Straße ansprechen, fühlen sie sich oft überfahren“, berichtete Glasmacher von ihren Erfahrungen. Der beste Weg für eine Annäherung sei über die neuen Medien, fanden die Schüler.

  • Es geht um Partizipation : Wie können Politiker Schüler zur Mitarbeit motivieren?

Die Frage, ob ein Jugendparlament mit eigenen Mitteln sinnvoll wäre, beantwortete Niklas eher kritisch. „Da werden sich nur die Jugendlichen, die sich sowieso engagieren, zusammentun. Die breite Masse würde das gar nicht erreichen. Und wer würde dann die Vertreter wählen?“ Dennis war etwas aufgeschlossener. „Es wäre schon ein Antrieb, wenn die Jugendlichen wissen, dass sie ein bestimmtes Budget zur Verfügung haben, mit dem sie arbeiten können.“ Auch wenn Niederdellmann-Siemes fürchtete, dass ein Parlament nicht das sei, was junge Menschen wirklich wollen, hielt sie den Ansatz für gut. „Es muss nur ganz klar sein, was so ein Gremium darf und kann, damit keine Erwartungen ausgelöst werden, die nicht eingehalten werden können“, gab sie zu bedenken. Ein Vorteil von so einer offiziellen Institution sei es auch, dass die Jugendlichen ihre Forderungen besser umsetzen und an die entsprechenden Stellen bringen könnten, fand Ippers.

Niederdellmann-Siemes wollte wissen, was die Schüler erwarten. „Wir wollen ernst genommen werden und brauchen Verlässlichkeit“, so Dennis. „Viele tun erst so, als ob sie sich für uns interessieren und dann ist es doch nicht so. Wir haben das Gefühl, selbst, wenn wir uns einbringen, wird das, was wir wollen, nicht umgesetzt.“ Wenn die Jugendlichen unterstützt würden, würden sie auch bei der Sache bleiben, wie die Einrichtung des Skaterparks gezeigt habe, meinten die Schüler.

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