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Meerbuscher Schreinerei fertigt Spuckschutz mit Sondermaßen

Handwerksbetrieb in der Corona-Krise : Spuckschutz aus der Schreinerei

Der Büdericher Schreinermeister Michael Bödefeld und sein Team fertigen die Trennscheiben aus Acryl- oder Plexiglas nach Maß.

Bereits früh am Morgen ist Schreinermeister Michael Bödefeld mit seinem kleinen Team unterwegs. „Wir sind gerade in einem Edeka-Supermarkt in Kleinenbroich“, erzählt er am Telefon. Dort montieren die Holzfachleute aber nicht etwa Regale massive Holzschränke, sondern Spuckschutzwände. Überall dort, wo es Kundenkontakt gibt, sind diese Wände gerade enorm gefragt.

Michael Bödefeld erklärt: „Aufgrund der Größe besteht der Rahmen in diesem Fall aus Aluminium, die Füllung ist aus acht Millimeter dickem Acrylglas.“ Die Gesamtmaße der durchsichtigen Wand: zwei Meter hoch und und ganze 5,40 Meter lang. Typische Schreinerarbeit ist das nicht. Aber in der Corona-Krise hat der Büdericher sich etwas Neues überlegt.

Denn die Krise trifft vor allem kleinere Handwerksbetriebe. Bödefeld etwa hat für sein Team Kurzarbeit angemeldet: „Einer der Mitarbeiter ist normalerweise nur im Außendienst tätig. Ich muss das jetzt verteilen, sonst wären Kündigungen unabwendbar“, erzählt er. Um es nicht so weit kommen zu lassen, hat der Schreinermeister sein Produktangebot erweitert und liefert jetzt Trennscheiben nach Maß als Sonderanfertigung. „Kaum eine andere Werkstatt ist so gut für die Verarbeitung dieser Materialien geeignet wie die des Schreiners“, erklärt Bödefeld. Spuckschutz, Thekenaufsätze oder Abdeckhauben an Rezeptionen, Kassen und im Lebensmitteleinzelhandel sind in der Corona-Krise unerlässlich. Ein Vorrat an entsprechendem Material liegt in der Schreinerei bereit: „Falls die richtige Stärke doch mal fehlt, beliefert uns ein Großhändler.“

Für Betriebe wie die Schreinerei Bödefeld geht es im Moment ums Ganze. „Das Aus kann auch Traditionsunternehmen treffen“, befürchtet der Schreinermeister, der in seinem Betrieb zwei Mitarbeiter und eine Auszubildende hat. Bödefeld: „Sie steht kurz vor ihren Prüfungen.“ Normalerweise baut Bödefeld Wunschmöbel und Einrichtungsgegenstände oder er repariert und restauriert Möbel. Zurzeit aber werden bei Kunden vorzugsweise Fenster, Türen oder Rolläden repariert: „Da kann vieles von außen und auf Distanz erledigt werden“, sagt er. Reparaturen in den von der Büdericher Schreinerei betreuten Wohnungen der Böhlersiedlung in Büderich und in den anderen von Bödefeld betreuten acht Siedlungen der Wohnungsgesellschaft GWH müssen hingegen warten. Sie werden nur in Notfällen ausgeführt.