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Meerbuscher Raumausstatter ist mit der Auftragslage zufrieden.

Raumausstatter aus Meerbusch : Nachhaltig: Altes Sofa in neuem Glanz

Überall wird gejammert und gestöhnt ob der Pandemie. Raumausstatter Radek Szczepanski aus Osterath kann der Lage jedoch auch Positives abgewinnen. Obwohl sein Geschäft „Wohnraum“ derzeit geschlossen ist.

Nein, er muss nicht lange überlegen und antwortet auf die Frage, wie sich die Lage der Raumausstatter in der Pandemizeit darstellt mit einem klaren: „Die Lage ist okay.“ So zufrieden mit der Auftrags- und Geschäftslage ist Radek Szczepanski vom Atelier für Wohngestaltung „Wohnraum“ in Osterath. Es sei zwar schade, dass das Geschäft an der Meerbuscher Straße jetzt im Lockdown geschlossen bleiben müsse, aber schließlich sei er Handwerker und dürfe somit für seine Kunden da sein.

Und gerade als solcher ist er in der Coronazeit bei den Kunden mehr denn je gefragt. Zusammen mit seinem fünfköpfigen Team berät er seine Kundschaft und erstellt ganzheitliche Wohnkonzepte. „Die Leute haben jetzt viel mehr Zeit, sich um ihr Heim zu kümmern“, sagt der gelernte Dekorateur. Außerdem sei auch Geld für Neuanschaffungen da, weil kostspielige Urlaubsreisen und Restaurantbesuche wegfallen. Gezwungen durch Kontaktverbote, sitzen die Leute auf dem Sofa und kommen auf Gedanken, die lange weit im Hinterkopf schlummerten.

„Meist fängt es damit an, dass ein Teppich ausgetauscht oder ein altes Sofa aufgepolstert werden soll“, sagt Szczepanski. In die Überlegungen kommen dann er und seine Innenarchitektin und arbeiten gemeinsam mit dem Kunden ein Wohnraum- oder Schlafraumkonzept aus. Anders als in Vor-Coronazeiten können die Kunden den Showroom natürlich nicht besuchen, aber Szczepanski und seine Mitarbeiter machen Hausbesuche und bringen Stoff- und Farbmuster mit.

„Kleinere Wohnaccessoires wie Kissen und Lämpchen können wir natürlich auch auf unseren Touren durch die Stadt mitbringen“, sagt der Wohnexperte. Selbstverständlich werden bei den Besuchen von allen Mitarbeitern Masken getragen, Abstände eingehalten und Flächen desinfiziert, sodass Kunden und Mitarbeiter sicher sind. Es seien schon zwei bis drei Hausbesuche jetzt im Lockdown mehr nötig. Dafür schätzt Szczepanski jedoch die Ruhe und die Muße der Kunden, die sich Zeit für das Beratungsgespräch nehmen und auf Nachhaltigkeit setzten. Antike Stühle werden wieder aufgepolstert, und das Sofa aus den 70ern erhält durch einen neuen Bezug frischen Glanz bei gleichbleibend klassischer Form.

Kunden zwischen 40 und 70 Jahren schätzen das klassische Interieur des „Wohnraums“ und investieren gerne in jung gebliebene, alte Schätzchen. 1500 bis 2000 Euro sind da schon einmal für eine Aufpolsterung fällig, die aber nachhaltig gut angelegt ist. Zumal dann noch farblich abgestimmt Teppiche und Dekorationen das Erscheinungsbild abrunden.

„Wir dekorieren das Schaufenster auch im Lockdown immer wieder neu und ich sehe, dass die interessierten Kunden gerne reinkommen würden“, sagt der Einrichtungsfachmann. Doch das geht natürlich nicht. Was jedoch möglich ist, ist Call & Collect. „Da bringe ich in der Nachbarschaft auch gerne schnell das gewünschte Teil auf dem Weg zum Kunden vorbei“, sagt der 45 Jahre alte Dekorateur, der seit 13 Jahren in Osterath sein Geschäft hat. Den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden will der Dekorateur auch in dieser besonderen Lage nicht verlieren.