Meerbuscher Politiker beschließen Gründachsatzung

Politik : Meerbuschs Dächer werden grün

Einstimmig hat der Planungsausschuss eine „Satzung zur Dachbegrünung“ im gesamten Stadtgebiet beschlossen. Demnach müssen künftig die Flachdächer bei Neubauten bepflanzt werden. Ziel ist ein besseres Stadtklima.

Im dritten Anlauf hat es nun doch endlich geklappt: Der Planungsausschuss hat einstimmig eine Gründachsatzung für das gesamte Meerbuscher Stadtgebiet beschlossen. Der BUND-Meerbusch, der im April 2018 erstmals eine solche Satzung angeregt hatte, überreichte denn auch feierlich einen dicken grünen Aktenordner mit zusätzlichen Tipps und Informationen für begrünte Dächer an Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, stellvertretend für die Verwaltung. Dass der Rat nun am Donnerstag ebenfalls zustimmt, ist wohl nur noch Formsache.

Das ist der Inhalt der neuen Gründachstrategie: Für alle genehmigungspflichtigen Neubauvorhaben in Meerbusch mit Flachdach oder flach geneigtem Dach (bis 15 Grad) ab zwölf Quadratmeter Dachfläche gilt künftig die Gründachsatzung. Die Flächen sollten möglichst vollständig bepflanzt werden. Nur bei notwendigen technischen Anlagen, das können beispielsweise Lüftungen und Solartechnik sein, und bei anders nutzbaren Freiflächen wie Dachterrassen gelten Ausnahmen. Auch Flachdächer von Garagen, Carports und Tiefgaragen müssen begrünt werden, ebenso überdachte Tiefgaragenzufahrten. Der Hausbesitzer ist dazu verpflichtet, die Begrünung fachgerecht herstellen zu lassen und auch zu pflegen.

Das will die Verwaltung mit der „Satzung zur Dachbegrünung in der Stadt Meerbusch“ erreichen: Mehr attraktives Grün statt grauer Stein- und Betonwüsten in der Stadt und damit ein besseres Stadtklima und mehr Lebensraum für Tiere, gerade in den bebauten Bereichen. Wer in Meerbusch unterwegs ist, kann es tatsächlich an vielen Stellen sehen: Neubauten im Bauhausstil sind in in der Stadt extrem beliebt. Egal ob Ein- oder Mehrfamilienhäuser – Flachdächer sind im Trend. Wenn diese Dächer nun begrünt würden, hätte das auch für die Hausbesitzer Vorteile, sagen die Experten. Gründächer böten einen natürlichen Schutz vor Witterungseinflüssen, seien Wärmedämmung und Hitzeschild und verbesserten das Raumklima. Zusätzlich ließen sich mit bepflanzten Dächern Kosten sparen, etwa bei Abwassergebühren. Kernaussage: Begrünte Dächer sind nachhaltig und tragen dazu bei, den kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.

Ob die Satzung von den Hausbesitzern auch eingehalten und das Flachdach entsprechend begrünt wird, das prüft die Bauaufsichtsbehörde. Sie entscheidet auch über mögliche Konsequenzen, falls die Satzung nicht beachtet oder falsch umgesetzt wird.

Im Idealfall funktioniert die Dachbegrünung in Meerbusch aber nicht über Zwang und Bußgelder (bis 50.000 Euro sind möglich), sondern über den guten Willen der Hauseigentümer. Denn sie verbessern mit ihrem Gründach nicht nur das Stadtklima, betonen die Experten. Sondern bepflanzte Dächer werten auch die eigene Immobilie auf. Andrea Blaum, Vorsitzende BUND-Meerbusch, ergänzt: „Durch ein Flachdach haben die Hausbesitzer außerdem einen wirtschaftlichen Bonus, nämlich mehr Wohnraum. Da ist es doch das Mindeste, dass sie das Dach begrünen – was ja auch schöner aussieht.“ Das Klima retten können auch grüne Dächer nicht. „Denn eigentlich ist jede neue Wohnbebauung, durch die Flächen versiegelt werden, eine ökologische Katastrophe“, so Blaum. „Aber wir sind damit auf dem richtigen Weg.“