1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbuscher Politik will verbotenen Lkw-Verkehr stoppen

Thema im Ausschuss : Politik soll Blitzer in Lank beschließen

Wenn der Bau- und Umweltausschuss am Dienstag zusammenkommt, steht der verbotene Lastwagenverkehr über die Uerdinger Straße auf der Tagesordnung. Dort soll ein Blitzer aufgebaut und der Kreisel samt Busspur repariert werden.

Der Lastwagen-Verkehr in Lank und damit der Druck auf Politik und Verwaltung ist immer stärker geworden. Rund 200 Lkw täglich, die trotz Verbots durch den Ort fahren, haben die Lanker zuletzt gezählt. Die Sperrung der Uerdinger Rheinbrücke für Lkw über 7,5 Tonnen und aktuelle Baustellen in Krefeld hatten die Situation noch einmal verschlimmert. Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher hatte daraufhin Möglichkeiten zur Abhilfe vorgestellt – darunter auch einen Lkw-Blitzer – aber gleichzeitig betont, dass die Verwaltung keine schnelle Lösung garantieren könne. Denn ein solcher Blitzer können nur in Absprache und Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss funktionieren.

Nun geht es aber möglicherweise doch schneller als gedacht: Die Politiker im Bau- und Umweltausschuss sollen in ihrer nächsten Sitzung (Di., 26. November, 17 Uhr, Bürgerhaus, Wittenberger Str. 21 in Lank) entsprechende Konzepte beschließen, die die Situation für die Anwohner in Lank verbessern könnten. Sämtliche Verbote und Kontrollen in der Vergangenheit haben bislang nicht wirklich geholfen. Denn: Die Strecke über die Uerdinger Straße bietet den Lastwagenfahrern zwischen den umliegenden Autobahnen und dem Krefelder Hafen eine so große Zeitersparnis, dass sie mögliche Bußgelder in Kauf nehmen.

Das ist geplant: In der Durchfahrt-Verboten-Zone, das ist der Bereich der Uerdinger Straße zwischen Robert-Bosch-Straße und In der Loh, soll ein Blitzer aufgestellt werden, den die Stadt Meerbusch zahlt (inklusive Umbauten 200.000 Euro). Der Rhein-Kreis Neuss übernimmt den Betrieb und die Auswertung der Daten. Außerdem sollen die Schäden am Kreisel Uerdinger Straße/Robert-Bosch-Straße beseitigt, die Busspur dort instandgesetzt sowie eine Querungsmöglichkeit mit abgesenktem Bordstein für Radfahrer und Fußgänger gebaut werden. Kosten: 190.000 Euro.

Nun also Freude pur bei den betroffenen Anwohnern? Nicht ganz. Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien „nur grundsätzlich zu begrüßen“, heißt es aus deren Reihen. Sie befürchten: Wenn die Firmen aus dem Gewerbegebiet In der Loh wie geplant Ausnahmegenehmigungen bekämen, würden rund 60 Prozent des Lkw-Verkehrs bleiben. Zudem vermuten die Lkw-Gegner, dass der überörtliche Verkehr nach wie vor die Route durch den Ort nehmen werde, wenn nicht bereits auf der Autobahn eine entsprechende Beschilderung zum Hafen Krefeld über die Abfahrt Krefeld Zentrum kommen würde. Fazit: „Wir befürchten, dass hier viel Geld für wenig Wirkung ausgegeben wird.“

Sie schlagen stattdessen vor: Der Blitzer sollte mitten im Dorf vor der Kindertagesstätte Unterm Regenbogen stehen – und zwar in Kombination mit einem weiteren Blitzer in Nierst an der Stratumer Straße. „Nur so würden Verwaltung und Politik sinnvoll und konsequent handeln und den verbotenen Lastwagenverkehr Richtung Krefelder Hafen unterbinden.“