1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbuscher Mundart-Theater begeistert sein Publikum

Gut aufgelegte Mundart-Darsteller : Buretheater zum Ablachen

„Ach, du fröhliche“ sorgt im Forum Wasserturm für beste Stimmung. Weder das Lokalkolorit noch kriminalistische Einlagen kommen zu kurz.

Auch wenn mit dem Titel „Ach, du fröhliche!“ für die aktuelle Mundartkomödie des Lotumer Buretheaters Heiterkeit versprochen wird, trifft das nicht ganz den Kern der Sache. Denn dieses von Spielleiter Peter Pütz ins Rheinische gebrachte Bernd Gombold-Stück bietet viel mehr. So werden auf kriminalistische Themen spezialisierte Voyeure ebenso bedient wie jene Zuschauer, die Spaß am Geschehen mit Lokalkolorit haben. Die Lacher haben auf jeden Fall Oberwasser – auch dank des Auftritts der 80-jährigen Liesel Beeck in ihrer 28. Buretheater-Spielzeit.

Worum geht es? Karl-Heinz Friedrich Stöver und Sohn Benjamin sehen sich nach einer durchzechten Nacht am Morgen des Heiligabends auf und hinter dem heimischen Sofa total verkatert, verletzt, nicht korrekt gekleidet und komplett orientierungslos in dem mit einem Porträtfoto des Buretheater-Vaters Karl Schmalbach dekorierten Wohnzimmer der „Rausche-Engel“ genannten Ehefrau und Mutter Elisabeth gegenüber. Die grün-goldene Glitzerdecke liegt auf dem Tisch, leere Bierflaschen auch, aber es fehlt der „Chrisboom“. Dieses Problem zieht sich turbulent durch die komplette Handlung des ganzen Stücks. Das trifft ebenso auf die kriminalistischen Eckpunkte zu, beginnend beim Weihnachtsbaum-Klau bis zum Versicherungsbetrug, Fahrerflucht und Mord. Dabei machen die Auftritte der Verwandten Agathe und Rüdiger Dörpel sowie von Benjamins Verlobter Jeanette das Chaos nur noch verwirrender.

Wie reagiert das Publikum? Regisseur Peter Pütz weiß, dass viel Getummel auf der Bühne im Publikum immer für gute Laune sorgt: „Da gibt’s eine Menge zu sehen.“ Und damit liegt er auch dieses Mal richtig. Allein die heftigen Turbulenzen und der Stress um den in dreifacher Ausfertigung existierenden Weihnachtsbaum von der Nordmanntanne bis zum „bekloppten amerikanischen Boom“ oder dem „Ultimativen Stöber-Christboom“, die im Rohzustand in Plastik auf die Bühne kommende Gans mit einem traurigen Ende und die unberechenbaren Besuche der Nachbarinnen Hertha Drohmiehser und Gudrun Schmitz sorgen für ausgelassene Stimmung und Szenen-Applaus.

Humor und Witz Davon gibt’s eine ganze Menge. Abgesehen von den Auftritten in Lockenwicklern und Frisierumhang, Sprüchen wie „bitte keinen Alkohol – höchstens einen Schnaps“ und Anspielungen auf das gebügelte Lametta oder Gaunerei auf der Traum-Insel im Mittelmeer sorgen Verdächtigungen in Sachen Fremdgehen, undurchschaubare Beziehungen bis zur Erwähnung der Anakonda für Lacher.

Darsteller Das bewährte Team mit Liesel Beeck, Angela und Monika Pütz, Barbara Skerhut, Wolfgang Küsters und Andreas Stephan mit den 2017-Neuzugängen Uschi Benneckenstein und Helmut Pinkert bringt in dem rasanten Stück die Pointen in Mundart und Hochdeutsch gekonnt spannend und temperamentvoll rüber.  

Weitere Termine „Ach, du fröhliche!“ kommt heute und morgen sowie am 12., 13., 14., 19., 20., 21., 26., 27. und 28. Oktober sowie am 1., 2. und 3. November auf die Bühne des Forums Wasserturm. Karten zu zwölf Euro gibt’s im Vorverkauf bei Mrs. Books in Lank und an der Abendkasse.