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Meerbuscher Menschen aus den Ortsteilen

Menschen, die die Ortsteile prägen : Alles aus einer Welt in Osterath

Wir stellen Menschen und Geschäfte vor, die Meerbusch in seiner Vielfalt besonders machen.

Es riecht nach frisch aufgebrühtem Kaffee im Laden. Die Regale sind voll mit Tee, Gewürzen, Honig und Schokolade. Alle Lebensmittel haben etwas gemeinsam: Im Eine-Welt-Laden an der Meerbuscher Straße in Osterath werden ausschließlich fair gehandelte Produkte verkauft. Auch im Schaufenster spiegelt sich die Bandbreite des Sortiments wider. Dort liegen Packungen mit Tataren-Bohnen oder Vollkorn-Couscous, ein Windspiel aus Bambus, eine Puppe mit einem gelb-orange karierten Kleid und pinkfarbenen Schuhen. Auch das stammt alles aus fairem Handel. Dabei handelt es sich um einen kontrollierten Handel, der den Erzeugern der Produkte ein höheres, verlässlicheres Einkommen ermöglicht als es bei oft geringen Marktpreisen der Fall ist.

Diese Botschaft liegt Claudia Foerster sehr am Herzen. Sie arbeitet seit fünf Jahren ehrenamtlich in dem Eine-Welt-Laden. Genauso wie ihre 15 Kollegen. Sie alle sind im Ruhestand, bis auf eine Kollegin, die als Lehrerin in Dormagen arbeitet. Nicht ungewöhnlich, denn Bildungsarbeit sei ein wichtiger Bestandteil der Ehrenamtler. „Sie gehen in Schulen, um jungen Menschen die Wichtigkeit des fairen Handels näher zu bringen“, sagt Foerster. Dafür müssen sich die Schulen als faire Schulen qualifizieren. Das heißt Sie müssen beispielsweise ihren Lehrplan dementsprechend anpassen. Von diesen Schulen gebe es leider nicht viele, so Foerster. Sie und ihre Mitstreiter arbeiten jedoch akribisch daran, das es mehr werden.

Doch woran erkennt man Produkte aus fairem Handel? „Das ist vielen Menschen nicht bewusst.“, so Foerster. Im Supermarkt gibt es mittlerweile auch Produkte aus fairem Handel, die aber nur zum Teil aus dem Segment stammen. In Osterath ist jedes einzelne Produkt zu 100 Prozent aus fairem Handel „Wichtig ist, das man auf das Siegel achtet.“ so die Ehrenamtlerin. Es gibt nur eine Handvoll dieser Siegel. Zu ihrem Sortiment gehört auch der Kaffee, der gemeinsam mit der Stadt Meerbusch angeboten wird. Diese Bohnen stammen aus ökologischem Anbau von Hochlandplantagen Süd- und Mittelamerikas. Neben dem Eine-Welt-Laden wird er auch in den städtischen Bürgerbüros verkauft.

Neben den Lebensmitteln wie Schokolade oder veganer Cola gibt es an der Meerbuscher Straße auch Produkte aus dem Kunsthandwerk. Unter anderem Taschen, Portemonnaies oder Etuis. Oder Brillenhalter in Form einer Kuh. „Die kommen gut bei unseren Kunden an“, erzählt Foerster. „So verlegt man seine Brille nicht mehr so leicht.“

Der Eine-Welt-Laden hat an seinem jetzigen Standort an der Meerbuscher Strasse nur eine Bleibe auf Zeit. Bis Ende des Jahres könnte es sein, das sie sich einen neuen Standort suchen müssen.