Meerbuscher Kunstrasenplatz mit Korkgranulat

Baustart in Büderich : Neuer Kunstrasenplatz für Eisenbrand

Schon Ende Dezember könnte der Ball auf dem neuen Fußballfeld in Büderich rollen. Ungewöhnlich: Statt auf Kunststoff werden die Fußballer auf Kork kicken. Hintergrund ist ein im Raum stehendes Verbot seitens der EU.

(RP/kron) Schweres Gerät ist auf dem Sportplatz am Eisenbrand in Büderich aufgefahren. Auf dem alten Tennenplatz im hinteren Bereich des Areals laufen seit dieser Woche die Arbeiten für einen neuen Kunstrasenplatz. „Der Tennenplatz ist deutlich in die Jahre gekommen. Besonders im Winter haben Frost und Nässe den Platz unbespielbar gemacht. Weder Trainingseinheiten noch Spiele konnten dann auf dem Platz absolviert werden“, sagt Michael Betsch, Bereichsleiter Grünflächen der Stadt Meerbusch.

Michael Betsch, Bereichsleiter Grünflächen und Landschaftsplaner Markus Weidemann (re.) auf dem Platz am Eisenbrand. Foto: RP/Stadt Meerbusch

Aktuell werden die sechs Zentimeter dicke Deckschicht abgetragen und der Untergrund entsprechend aufbereitet. „Anschließend wird in die Tragschicht eine neue Drainage eingebaut, damit Wasser besser abfließen kann. Darauf kommen dann eine Ausgleichsschicht aus kleinem Natursteinschotter und eine Elastikschicht als Dämpfung. Zum Schluss wird der Kunstrasen aufgetragen“, erklärt Markus Weidemann, Landschaftsplaner bei der Stadt Meerbusch. Betsch: „In den Kunstrasen wird eine Mixtur aus Quarzsand und Korkgranulat eingearbeitet – insgesamt 18 Kilogramm pro Quadratmeter. Das Korkgranulat dient dazu, das Abrollverhalten des Balls zu verbessern und die Verletzungsgefahr der Spieler durch Verbrennungen zu senken. Der Platz ist der erste im Stadtgebiet mit Korkgranulat. Wir müssen daher erst einmal Erfahrungen sammeln, wie sich das Material im Trainings- und Spielbetrieb verhält.“

Mit dem Einsatz des Korkgranulats umgeht Meerbusch zudem ein mögliches Verbot, das aktuell in der Diskussion ist. Die EU-Kommisson hat die Europäische Chemiekalienagentur (ECHA) beauftragt, Maßnahmen zu entwickeln, um den Einsatz von Mikroplastik zu verhindern. Die Agentur empfiehlt ein Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen, das im Jahr 2022 in Kraft treten könnte. Die NRW-Landesregierung hat darauf mit einem Bestandschutz für bereits vorhandene Kunstrasenplätze reagiert. Andere Städte sind beim Neubau von Plätzen inzwischen vorsichtshalber von Granulat auf Sand umgestiegen. In Meerbusch ist jetzt Kork das Material der Wahl.

Durch den Neubau des Kunstrasenplatzes, der zusätzlich eine neue Pflasterung um den Platz herum und Spielerkabinen erhält, sollen auch die beiden Kunstrasenplätze am Eisenbrand entlastet werden. Durch die hohe Nutzung der beiden Plätze seien bereits Schäden entstanden, die nun behoben werden müssten, so Betsch. „Wir hoffen nun, durch den zusätzlichen Platz, der auch in den Wintermonaten bespielt werden kann, die Belastung besser verteilen zu können“.

Die Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz, der auch eine Empfehlung des Sportstättenentwicklungsplans war, kostet rund 590.000 Euro. Den Großteil davon übernimmt die Stadt, 75.000 Euro steuert der FC Büderich als Hauptnutzer der Anlage bei. Je nach Witterung soll der neue Kunstrasenplatz Anfang Dezember fertig sein.