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Meerbuscher Künstlerin Johanna Wiens begeistert sich für Geschichte

Künstlerin Johanna Wiens aus Meerbusch : Vergangenheit auf Leinwand verewigt

Die Künstlerin Johanna Wiens will mit ihren Werken Menschen an deren historisches und kulturelles Erbe erinnern.

Der klassische rote Faden zieht sich durch alle Werke der Meerbuscher Künstlerin Johanna Rzepka Wiens. Die Kunstmalerin ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einem Haus in Büderich, das sie selbst renovieren. Das Motto der Künstlerin: „Erinnerung schafft Identität – ohne das Wissen um die Vergangenheit gibt es keine Zukunft.“

Nachdem Wiens viel Zeit im Atelier ihres Cousins im kanadischen Vancouver verbracht hatte, begann sie mit 18 Jahren ihr Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo sie unter Jörg Immendorff und als Meisterschülerin von Gerhard Merz lernte (1996 bis 2005). „Ich habe schon immer gemalt“, erzählt Wiens. Und über ihre Erfahrungen an der Akademie erzählt sie: „Man muss sich definitiv behaupten.“ Für sie selbst sei nie etwas anderes als Kunst infrage gekommen.

Die Tochter einer Dolmetscherin und eines „geschichtsaffinen Ingenieurs“ wurde in ihrer Begeisterung für Geschichte durch ihren Vater enorm geprägt. Diese Veranlagung erkennt man auch in ihren Werken. Denn Johanna Wiens ist eine Künstlerin, die in ihren Gemälden die Geschichte eines Ortes einfängt. Ihre Werke wirken wie Collagen aus Stadtpanoramen und Stadthistorie, gemischt mit kulturellem Erbe. Wie ein mit Farbe und Pinsel auf der Leinwand sichtbar gemachtes Stadtgedächtnis.

Ihre Kunst soll den Menschen dabei helfen, sich an ihr historisches und kulturelles Erbe zu erinnern. Dies zeigt sich auch in ihrer Kunstreihe „Das verlorene Gedächtnis“ anlässlich des Einsturzes des historischen Archivs in Köln. Ihre Serie „Dum Dum Lipstick“ bezeichnet die 41-Jährige selbst als ihre „Sturm- und Drang-Phase“, die damit endete, als Dolly Buster angefragt habe, ob sie Unterricht bei der Künstlerin nehmen könne. Anschließend folgte die „Home sweet Home-Serie“, in der sie ihre Freunde porträtierte.

Der „große Sprung in der Entwicklung“ sei für sie nach dem Kunststudium gekommen, als sie ihrer anderen Leidenschaft, dem Reisen, nachging. Es ging nach Japan, China und Taiwan. Die Meerbuscher Malerin ließ sich von östlicher Kultur inspirieren und beschäftigte sich dort mit den Geistes- und Kulturformen – also mit allem, was ein Land und eine Kultur ausmacht. „Man blickt anders auf die eigene Kultur, wenn man eine Weile woanders gelebt hat“, sagt sie.

Aber was macht einen erfolgreichen Künstler aus? Was unterscheidet ihn von weniger erfolgreichen Kollegen? „Fleiß ist entscheidend, ebenso wie Talent und ein klein wenig Glück“, gibt Johanna Wiens offen zu. Eines ihrer Werke mit dem Titel „Triptychon“ wurde beispielsweise von der Sparkasse Essen für 25.000 Euro angekauft und dem Landgericht Essen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Johanna Wiens’ nächste Ausstellungen im Herbst sollen von Dächern und von Geschichte handeln, verrät die Künstlerin schon jetzt.