Meerbuscher Künstler hat ein neues Krokodil geschaffen

Ein Markenzeichen aus Holz : Ein Krokodil als Wegweiser in Ossum

Die vom Künstler Roland Giersch geschaffene Holzskulptur musste entsorgt werden. Der Protest vor allem in sozialen Netzwerken war groß. Jetzt zeigt ein neues Krokodil seine Zähne.

Elf Jahre zog eine aus Pappelholz mit handwerklichen Finessen erarbeitete Krokodil-Skulptur an der Wegkreuzung im kleinen Ossum nahe der Kapelle St. Pankratius die Blicke auf sich. „Das Krokodil war ein Wegweiser. Radfahrer oder Wanderer gaben sich untereinander den Tipp, dass es rechts in den Wald und links nach Linn gehen würde oder so ähnlich“, weiß Roland Giersch.

Aber diese Arbeit des selbstständigen Landschaftsgärtners, Holzbildhauers und Gestalter von Grabdenkmälern wies auch den Weg zu seinem Atelier „Stein Trifft Holz“, das er mit der Steinmetzin Svenja Neuendorf teilt.

So waren nicht nur die Ossumer Bürger, Wandernde und Radfahrer enttäuscht, als das Krokodil plötzlich verschwunden war. „Das Holz war gefault und für Kinder nicht mehr sicher“, erzählt Roland Giersch. Er staunte nicht schlecht, als im Social-Media-Kanal etliche Anfragen eingingen: „Viele wollten wissen, wo es geblieben ist, sie seien traurig, dass das Krokodil weg ist, wollten es ihren Enkeln oder Freunden zeigen.“

Und natürlich waren alle neugierig, ob und wann es eine neue Skulptur gibt. „Da habe ich mich an die Arbeit gemacht, um die krokodillose Zeit – es waren rund sechs Wochen – zu beenden“, sagt Roland Giersch. Dieses Mal ist es Pappelholz, aus dem das Krokodil mit Kettensäge sowie Zusätzen für feine und grobe Arbeiten entstanden ist, „anschließend wurde es geschliffen und geölt.“

Den Schuppenpanzer auf dem Rücken des 3,50 Meter langen Tiers hat der Bildhauer bei dem neuen Exemplar weggelassen. Denn das Krokodil ist auch ein beliebtes Spielzeug für den Nachwuchs: „So ist die Oberfläche glatt und niemand kann sich verletzen.“ Derartige Holzstücke zum Verarbeiten bekommt der in Meerbusch geborene Künstler von Gärtnerkollegen im Umkreis: „Ein so großer Baum ist zu schade, um Kaminholz aus ihm zu machen. Und es ist bekannt, dass ich derartiges Material gerne abnehme.“

Giersch hatte überlegt, ob er eine andere Tierform wählt, ist aber zu dem Schluss gekommen, dass das Krokodil zu einem Bestandteil von Ossum geworden ist: „Jetzt freuen sich alle, dass das hölzerne, in der Natur in tropischen Flüssen und Seen lebende Tier bei jedem Wetter an der Wegkreuzung sein Gebiss mit den spitzen Zähnen zeigt.“