Meerbuscher hilft aidskranken Kindern in Südafrika

Meerbuscher hilft armen Kindern : Hilfe für Care-Center in Südafrika

Der Meerbuscher war zweimal in Mandeni. Die Stiftung Büderich unterstützt ihn, sie gibt Volontären einen Reisezuschuss.

Auf der Suche nach einem Praktikum im Rahmen eines sozialen Projekts im Ausland ist Andreas Berzdorf durch einen Freund auf das Blessed Gérard’s Care-Zentrum im südafrikanischen Mandeni aufmerksam geworden. Der 22-Jährige ist in Meerbusch aufgewachsen, studiert Kommunikations-Design in Hamburg und war als Volontär Anfang 2017 und auch Anfang 2018 im Kinderheim der sozialen und karitativen Einrichtung.

Von den Erzählungen inspiriert, sah sich auch sein Vater, Stefan Berzdorf, Vorsitzender der Stiftung Büderich, in Mandeni um. Er zeigt sich von der Arbeit „tief beeindruckt“. Zurück in Meerbusch gewann er die Unterstützung dieses Projekts durch die Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist. So kommt der Erlös von Sammlungen dem Care-Centre zugute. Außerdem wurde das Projekt jetzt beim Sommerfest der Stiftung Büderich vorgestellt: „Volontäre, die vor Ort helfen wollen, bekommen einen Flugkostenzuschuss.“ Um Mut zu machen, ein solches Praktikum zu absolvieren, berichtet Andreas Berzdorf am Sonntag im Pfarrheim St. Mauritius über seine Erfahrungen - und im Gespräch mit unserer Redaktion auch.

Müssen bei der Bewerbung bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden?

Berzdorf: Ich habe zwei Monate vorher bei Pater Gerhard, Leiter des Hilfswerks, angefragt und hatte in Baden-Württemberg mit einer Kontaktperson ein Gespräch. Englischkenntnisse sind auf jeden Fall erforderlich. Und die Bewerber sollten gut mit Kindern umgehen können. Wer im Hospiz arbeiten möchte, braucht auch medizinische Kenntnisse. Auf jeden Fall sollte man sich über das Umfeld informieren. Die Menschen dort sind sehr arm, leben in riesigen Elendsvierteln ohne Strom und fließendes Wasser. Außerdem hat Mandeni mit 76 Prozent die weltweit höchste HIV-Infektionsrate, das bedeutet, dass drei von vier Menschen das HI-Virus in sich tragen.

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Hatten Sie in erster Linie mit Kindern Kontakt?

Berzdorf: Ja. Die Kinder bleiben übrig. Die Seuche zerstört Familien und macht sie zu Waisen. Manche von ihnen sind sehr jung und traumatisiert. Sie brauchen viel Liebe, damit sie sich angenommen fühlen. Und manchmal gelingt es, ihnen Rüstzeug für das spätere Leben mitzugeben.

Was haben Sie aus diesen Volontärzeiten mitgenommen?

Berzdorf: Das hat mir wahnsinnig viel gegeben. Ich bin immer schon viel gereist, aber hier habe ich einen komplett anderen Eindruck von einem extremen Land bekommen, von dem Leben dort, dem Alltag der Kinder. Sie sind nicht unbedingt unglücklich, aber verzichten auf sehr vieles. Es ist so wichtig, über den Tellerrand hinaus zuschauen. Mein Weltbild hat sich stark verändert, ich möchte mich dort gern weiter einbringen.

Haben Sie nie an eine mögliche Infektion gedacht?

Berzdorf: HIV ist relativ schwer übertragbar. Es müssen infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen, nur dann besteht ein Infektionsrisiko.

Wie kann geholfen werden?

Berzdorf: Es sind vor allem finanzielle Probleme. Dort wird den Ärmsten der Armen geholfen. Sie haben kein Geld, um Hilfe zu bezahlen. Das Care-Center verfügt über eine intakte Infrastruktur und menschliche Hilfe. Aber das Ganze muss am Laufen gehalten werden. Andererseits aber ist auch Zuneigung und damit die Arbeit der Volontäre ganz wichtig. Pater Gerhard, der am 25. November nach Büderich kommt, stellt das Projekt unter das Motto ‚Wo Liebe das Elend überwindet‘. Er setzt sich auch dafür ein, dass sich die Kranken ihren Lebensunterhalt verdienen können. Ich bin sehr froh, dass sich die Stiftung Büderich dem Projekt annimmt. Am Sonntag, 13 Uhr, werde ich im Pfarrheim St. Mauritius darüber sprechen und hoffe, einige dem ‚Jungen Netz‘ Büderich Angehörende für ein Praktikum begeistern zu können.

Infos unter bsg.org.za

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