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Meerbuscher Hallenbad glänzt nach großem "Herbstputz"

Großreinemachen in Meerbusch : Das große Putzen im Meerbad

Montag um 12 Uhr öffnet das Hallenbad in Büderich wieder. Zum ersten Mal seit der Neu-Eröffnung vor einem Jahr wurde es grundgereinigt. Dazu wurde auch das Wasser aus allen Becken abgelassen. Seit Mittwoch läuft es wieder ein.

Wie ein Bergsteiger seilt sich Daniel Mayer ab, um auf dem Grund des großen Schwimmbeckens im gerade eingelaufenen Wasser die Temperatur zu messen. Denn sie sollte nicht mehr als 20 bis 22 Grad betragen, damit die Fliesen unter der Spannung von vielleicht wärmeren Wasser nicht zerspringen. In der Zeit, in der der Haustechniker die Temperatur misst, nimmt sich seine Kollegin Stefanie Schwarz noch einmal den Schrubber, um das Becken auch wirklich ganz sauber zu machen. Zwei Wochen lang haben alle Mitarbeiter des Meerbades unter Regie des Betriebsleiters Willi Jentges sich nicht um Badegäste gekümmert, sondern ausschließlich um die Grundreinigung des Meerbades.

Das Bad, 1966 erbaut, war Ende September 2017 nach großer Kernsanierung neu eröffnet worden. Seitdem lief es – mit Ausnahme von wenigen Tagen über Ostern – im Dauerbetrieb von morgens bis abends. Schüler am Vormittag, Vereine am Abend, zwischendurch ganz normale Besucher, die ihre Bahnen ziehen. Nach etwas weniger als einem Jahr konnte schon der 100.000 Besucher begrüßt werden. „Das heißt, dass pro Monat rund 9000 Besucher das Meerbad aufsuchen“, so Stephan Benninghoven, Sportreferent der Stadt Meerbusch.

Auch vor Renovierung und Neu-Eröffnung war die Zeit der Herbstferien immer die Zeit des Großreinemachens  so wie jetzt in den vergangenen zwei Wochen. „Diese Ferienwochen wählen wir bewusst, damit die Schulen nicht aufs Schulschwimmen verzichten müssen“, so Benninghoven. Drei Tage lang wurde nun das Wasser aus dem großen Becken gelassen – schön langsam, damit die Fliesen nicht springen. Genau so, wie jetzt beim Einlassen. Seit Mittwoch, 10 Uhr, läuft das Wasser wieder ein und wird vermutlich morgen das große Becken gefüllt haben. 800.000 Liter fasst das große Becken, 100.000 das Lehrschwimmbecken. Das Wasser wird im Übrigen regelmäßig ausgetauscht. Pro Woche werden 50- bis 60.000 Liter abgelassen und erneuert, der Rest wird permanent gefiltert. Dauernd kontrolliert werden auch Chlor- und Ph-Gehalt im Wasser und von einer automatischen Anlage direkt korrigiert.

Als das Wasser raus war, konnten alle Fliesen geprüft und gereinigt werden, ebenso wurde die Überlaufrinne sauber gemacht. Parallel wurden Umkleiden und Spinde einer groß angelegten Putzaktion unterzogen, dabei wurde besonders auf Schäden geachtet. Silikonfugen teilweise ausgetauscht, im Keller wurden Filter gespült und alle technischen Anlagen überprüft. Große Schäden wurden im Technikkeller nicht festgestellt. Alle Geräte, Anlagen, Filter oder das Blockheizkraftwerk liefen und laufen einwandfrei, es gab keine Reklamationen, berichten die Techniker. In der Zeit der Betriebspause bekamen außerdem noch alle Mitarbeiter eine Nachschulung in Erster Hilfe.

Die Kosten dieses „Frühjahrsputzes im Herbst“ sind nur schwer zu beziffern. „Dafür gibt es keinen speziellen Etat im städtischen Haushalt,“ so Benninghoven. Das Personal laufe weiter, einige Instandsetzungen wie gebrochene Fliesen liefen noch unter Gewährleistung.