Meerbuscher Grundschüler lernen Meditation

Projekt für Schüler : Traumreise an der Adam-Riese-Schule

Nach den Ferien wird Yogalehrerin Dani Siggel mit Zweitklässlern regelmäßig Entspannungsübungen machen.

Am Anfang war es nicht mehr als ein Experiment – Ausgang offen: Im Mai vergangenen Jahres hat die Meerbuscher Yogalehrerin Dani Siggel erstmals mit einer dritten Klasse der Büdericher Adam-Riese-Grundschule meditiert, angelehnt an Yoga. „Kein Hexenwerk“, sagt sie. „Es ging um ganz einfache Dinge wie Atemübungen, ruhig liegen, den eigenen Körper spüren und den Herzschlag hören.“ Die Klassenlehrerin habe ihr berichtet, dass die Schüler anschließend im Unterricht viel ruhiger waren als sonst.

„Das hat uns ermutigt, diese Entspannungsübungen nach den Ferien regelmäßig anzubieten“, sagt Schulleiter Marc Adams. Dann allerdings für alle Zweitklässler. Der Förderverein soll das Ganze finanzieren. Gedacht ist, dass Profi Dani Siggel erst einmal für rund drei Monate regelmäßig ein-, vielleicht sogar anfangs zweimal in der Woche mit den Kindern meditiert. Dann wolle man schauen, wie es weitergeht, kündigt Adams an. Im Idealfall sollen die Lehrer die Übungen im Anschluss an das Projekt fortführen und die Kinder anleiten. Oder noch besser: Die Kinder selbst verinnerlichen die Entspannungsmethoden so sehr, dass sie diese auch in ihrer Freizeit anwenden. „Wir möchten daraus ein nachhaltiges Projekt machen“, sagt die Yogalehrerin.

Die Büdericher Grundschule kennt sie übrigens gut, denn seit sechs Jahren macht die Inhaberin des Yogastudios Soulmateyoga mit den jeweiligen Drittklässlern ein Tanzprojekt. Der Kontakt war damals entstanden, weil ihre beiden Kinder – inzwischen 14 und 16 Jahre alt – ebenfalls die Adam-Riese-Schule besucht haben.

Ihre neue Aufgabe stellt sich Dani Siggel so vor: „Ich denke, dass wir die Meditation direkt zu Schulbeginn machen, für etwa 20 Minuten – nicht länger.“ Das Feedback der Kinder sei ihr dabei immer wichtig. Denn die Meditation habe nur das eine Ziel: den Kindern gut zu tun.

Marc Adams erzählt: „Denn sogar Grundschüler sind teilweise schon sehr unentspannt und verspüren besonders gegen Ende ihrer Schulzeit, wenn es Richtung weiterführende Schule geht, enorm viel Druck.“ Das beobachtet auch Dani Siggel, die in ihrem Studio Yoga für Kinder und Jugendliche anbietet: „Die Kinder sitzen viel, verbringen viel Zeit mit dem Smartphone oder Tablet und sind teilweise wirklich sehr nervös und hibbelig.“ Die Meditation, manchmal auch von Musik begleitet oder als Traumreise erzählt, könne den Kleinen helfen, zur Ruhe zu kommen.

Und was sagen die Kinder selbst dazu? Nach ihrem Experiment im Mai an der Adam-Riese-Grundschule hat Dani Siggel Zettel an die Teilnehmer verteilt. Darauf sollten die Mädchen und Jungen ihre Gedanken und Gefühle während der Meditation beschreiben.

Die Kinder berichteten, dass Meditation für sie Entspannung sei und „wie Fliegen oder wie Ferien“. „Einzelne Kommentare sind mir sehr zu Herzen gegangen“, erzählt Dani Siggel. Ein Mädchen etwa habe geschrieben: „Wenn ich etwas Böses im Kopf habe, dann meditiere ich, und es geht mir besser“.

Und manchmal, wenn Dani Siggel durch Büderich geht, trifft sie Kinder von damals, die ihr erzählen, dass sie immer noch meditieren. „Genau das möchte ich erreichen“, sagt sie. „Dass ich den Anstoß dafür gebe, dass die Kinder es alleine weitermachen.“

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