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Meerbuscher Friseur kümmert sich um die ganze Familie

Salon existiert seit sechs Jahren : Der Familien-Barbier in Büderich

Seit sechs Jahren sorgen André und Dennis Vieten mit „Bang and Friends“ für gepflegte Haare und Bärte.

Der Bezug zum Begriff Familie besteht beim „lokalen Barbershop“ „Bangs and Friends“ gleich doppelt. „Einerseits sind wir ein Familienbetrieb,  andererseits  ein Familienfriseur für Kunden zwischen einem und 90 Jahren oder mehr,“ erklären André (37) und Dennis (35) Vieten.

 Das Werkzeug liegt im Schaufenster und erinnert an alte Zeiten aus dem Friseur-Handwerk.
Das Werkzeug liegt im Schaufenster und erinnert an alte Zeiten aus dem Friseur-Handwerk. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Die Brüder legen Wert darauf, „kein typisch geführter Salon zu sein“, haben gerade am Büdericher Standort, Laacher Weg 43, Sechsjähriges gefeiert und betonen: „Wir schicken niemanden weg.“ Von den sieben Mitarbeitern haben vier den Meistertitel. Ella, die „Azubine“, ist auf dem besten Wege dahin. Sie verkürzt die Lehrzeit um ein Drittel. Voraussetzung dafür sind ihre Fähigkeiten und sehr gute schulische Leistungen. „Ich habe diesen Salon gesehen und fand ihn gleich toll“, schwärmt die 25-Jährige.

Die Beauty-Branche habe sie schon immer gereizt. Als kleines Mädchen hat sie den Freundinnen die Haare geschnitten und zieht trotz der Aufgaben als Ehefrau und Mutter eines Kleinkindes die Ausbildung mit Begeisterung durch: „Ich lerne auch, eine Dauerwelle zu machen und möchte mich auf das Hochstecken der Haare bei Bräuten konzentrieren.“ Dazu braucht Ella Praxis und freut sich deshalb über Modelle, die sich im Salon melden: „Soll gefärbt werden, wird das Material berechnet, alles andere ist kostenlos.“

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Gute Schnitte und das Färben stehen heute zumindest bei den Frauen im Vordergrund. „Unsere Kunden kommen immer wieder, aus Laufkundschaft wird Stammkundschaft“, freut sich André Vieten. Den Männern rät er vom Färben ab: „Graue Schläfen sind interessant. Das männliche Geschlecht legt viel Wert aufs Äußere, vor allem auf einen gepflegten Bart. Rasur und Pflege sind sehr wichtig.“

Für die Vieten-Brüder steht „perfektes Handwerk“ von gut ausgebildeten Mitarbeitern vorne an, „Schwarzarbeiter haben bei uns keine Chance.“ Aber über weitere qualifizierte Mitarbeiter würden sie sich freuen. Das im großzügigen hellen Salon stehende 180 Jahre alte Klavier – „ein Erbstück“ – vermittelt eine besondere Atmosphäre. Außerdem liegt im Schaufenster Werkzeug, das daran erinnert, wie früher oft unter Schmerzen Haare geschnitten oder Bärte rasiert wurden: „Der Opa erklärt es gern seinen Enkel, wenn sie gemeinsam zum Schneiden kommen.“ Nach Aussage des kompletten Teams kommen die Kunden aller Altersgruppen gern wieder. Daran hat auch das obligatorische Verwöhnprogramm einen Anteil. Auf Wunsch bekommen Kinder ein Eis, die Damen einen „Rundum-Service“ und die Herren ein kühles Bier. Denn mit Getränken und Speisen kennen sich die Vieten-Brüder ebenfalls aus. Sie haben sich ein zweites Standbein aufgebaut, betreiben bereits seit 2010 die Mensa des Mataré-Gymnasiums und haben später auch das Quirinus-, Marie-Curie- und Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss dazu genommen. Der Mensa-Betrieb wird ebenfalls von der Familie beherrscht: „Unsere Mutter kocht überall vor Ort – ganz frisch.“ Zutaten aus der Region haben Vorrang: „Es gibt zusätzlich ein vegetarisches Essen.“ Dass zu den Stammkunden von „Bangs and Friends“ auch Lehrer und Schüler aus dem Mataré-Gymnasium gehören, versteht sich von selbst. „Die Lehrer nutzen schon mal eine längere Pause zur Pflege der Haare und des Bartes. Und die Schüler lassen sich von uns, auch wenn sie längst im Studium oder Beruf sind, die Haare schneiden“, freuen sich André und Dennis Vieten.