Meerbuscher Firma lädt die Akkus auf

Meerbuscher Firmen im Porträt : Mit Akkuplanet die Speicher aufladen

Neben Originalprodukten bietet die Firma mit Sitz im Gewerbegebiet Bundenrott auch Eigenmarken und Nachbauten an. Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Die neue Lagerhalle hat eine Photovoltaik-Anlage und einen Batteriespeicher.

Akku leer. Selbst einem Profi wie Dirk Thorand ist das schon passiert, „Selten zwar“, sagt der Geschäftsführer der Meerbuscher Firma Akkuplanet. „Aber auch ich war schon in der dummen Situation, dass mein Handy keinen Saft mehr hatte.“ Den einen „perfekten“ Akku, den gebe es nämlich nicht, sagt der 53-Jährige, der seit mehr als 25 Jahren in der Branche ist. Was es jedoch gebe: „Den optimalen Akku für den jeweiligen Einsatz.“ Und die Chance, diesen bei Akkuplanet zu finden, ist sehr hoch.

Dirk Thorand (M.) mit vier der ehemaligen Azubis: Nils Knorr, Nils Scholz, Christian Heising und Jannek Herres (v.l.). Foto: Verena Bretz

Denn die im Jahr 2000 gegründete Firma ist Spezialist für mobile Energie, vertreibt unzählige Akku- und Batterieprodukte mit den entsprechenden Ladegeräten. Den dazu passenden Firmennamen haben sich die beiden Geschäftsführer – neben Dirk Thorand ist das der Diplom-Ingenieur Stefan Hüttermann – damals in einem gemeinsamen Brainstorming ausgedacht, erzählt Thorand, der im Betrieb das Kaufmännische regelt. Längst liegt der Fokus nicht mehr ausschließlich auf dem Vertrieb von Originalprodukten, sondern die Experten von Akkuplanet entwickeln und produzieren auch eigene, hochwertige Batterien und Akkus für den Profi-Bedarf und fertigen Ersatzakkus.

Robin Griesenauer fertigt eine Akku-Kleinserie an. Foto: Verena Bretz

„Unsere Nachbauten sind zu hundert Prozent kompatibel zum Originalprodukt, allerdings um ein Vielfaches günstiger“, sagt Thorand. Oftmals seien die Ersatzakkus made in Meerbusch sogar noch besser als das Original. Er lacht und erzählt: „Manchmal hat man den Eindruck: Da hat jemand ein richtig tolles Gerät entwickelt, aber am Schluss, beim Akku, hat er sich dann keine Mühe mehr gegeben.“ Auch der Umbau von Akkus ist ein Thema in der Firma: „Wir bestücken beispielsweise den vorhandenen, alten Akku mit neuen, hochwertigen Zellen“, sagt Robin Griesenauer, Akkuplanet-Techniker und angehender Qualitätsmanager. „Der ist dann wie neu. Das spart Ressourcen und schont die Umwelt.“ Ein weiteres Standbein von Akkuplanet sind mobile Kommunikationslösungen, also Funkzubehör wie Helmsprechsysteme und Headsets. „Diesen Bereich wollen wir nachhaltig ausbauen“, erklärt Thorand.

Der erste Spatenstich für die neue Lagerhalle war im Juni. Foto: Verena Bretz

Die Kunden für all diese Produkte sind beispielsweise Feuerwehr und Polizei, Sicherheitsfirmen, Industrie, Bau- und Logistikunternehmen und Krankenhäuser. Für letztere hat die Firma eine erfolgreiche Eigenmarke entwickelt, Akkumed. „Diese Akkus sind nur für medizinische Geräte und befinden sich beispielsweise in Defibrillatoren, Patientenmonitoren, Elektro-Rollstühlen und chirurgischen Instrumenten und Infusionspumpen“, sagt Thorand. Die Akkumed-Produkte machen den größten Anteil am Exportgeschäft aus.

Mitarbeiterin Angela Krägeloh holt ein Produkt aus dem Vertikallager. Foto: Verena Bretz

Wer mit Akkus zu tun hat, muss sich auch intensiv mit dem Thema Sicherheit beschäftigen, sagt der Geschäftsführer. „Die falsche Handhabung kann lebensgefährlich sein.“ Lithium-Akkus etwa gelten als Gefahrgut und werden in der hauseigenen Logistik aufwendig verpackt, beschriftet und speziell verschickt. „Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen“, sagt Thorand. Das Akkuplanet-Lager wurde deshalb separat und mit zahlreichen speziellen Sicherheitsvorkehrungen gebaut („Falls es dort mal brennen sollte“), außerdem arbeitet die Firma eng mit der Feuerwehr zusammen. Aber auch die Kunden sollen den richtigen Umgang mit Akkus lernen: Deshalb bietet das Unternehmen Schulungen in der eigenen Akkuplanet-Akademie, aber auch vor Ort bei den Kunden an. Dabei geht es um Themen wie Lagerung und Versand von Akkus und Batterien, aber auch um Prüf- und Ladetechniken und den Umgang mit ausgewählten Produkten.

Die beiden Geschäftsführer Stefan Hüttermann (l.) und Dirk Thorand. Foto: Akkuplanet

Apropos Lagerung: Die meisten Produkte liegen nicht in offenen Regalen, sondern in einem geschlossenen Lagerturm. Dieses sogenannte Vertikallager spart eine Menge Platz, schützt die Akkus vor Dreck und hat in seinem Inneren eine intelligente Software, die die Produkte nach der Häufigkeit der Zugriffe einlagert. „Das Vertikallager erspart uns lange Wege durch die Regale und die Suche nach Produkten“, sagt Mitarbeiterin Angela Krägeloh. Packfehler würden reduziert, Bestellungen könnten zügig bearbeitet werden – „und die optimale Arbeitshöhe entlastet unseren Rücken“, so Krägeloh.

Beim Versand bekommen manche Pakete einen Gefahrgutaufkleber. Foto: Verena Bretz

Sicherheit und Nachhaltigkeit, das sind zwei Begriffe, die im Gespräch mit Dirk Thorand immer wieder fallen. „Wir setzen auf nachhaltige Produkte und Prozesse, nachhaltige Kundenbeziehungen und verantwortungsbewusstes Handeln“, sagt er. Und das leben Thorand und sein Partner Stefan Hüttermann auch – beruflich wie privat: Beide Familienväter sind stark sozial engagiert, Thorand unter anderem bei „Meerbusch hilft“, Hüttermann in Neuss bei der Rumänienhilfe. Auch im Betrieb kommt „das Menschliche“ nie zu kurz: Regelmäßig machen Schüler bei Akkuplanet ein Praktikum, die Firma öffnet ihre Türen für Berufsfelderkundungstage und bemüht sich um die Integration von Flüchtlingen. Und dann ist da noch der traditionelle Döner-Donnerstag: „Jeden Donnerstag essen wir alle zusammen Döner“, erzählt Thorand.

Die Mitarbeiter, rund 20 sind es, fühlen sich wohl in dem mittelständischen Unternehmen, schwärmen im Gespräch von dem „netten Team und der guten Atmosphäre“. Viele sind schon seit Jahren dabei, darunter viele Ex-Azubis. Thorand: „Wir haben gerne Azubis und bilden aus, um unseren eigenen Nachwuchs heranzuziehen und zu fördern.“ Nils Knorr etwa kam als Auszubildender und ist heute Vertriebsleiter, Christian Heising leitet mittlerweile den Export. Was auffällt: Die meisten Mitarbeiter tragen das Akkuplanet-Poloshirt. „Ich identifiziere mich einfach mit Akkuplanet und trage das Hemd gerne“, sagt Nils Knorr.

Identifikation – die gibt es auch mit dem Standort Meerbusch. Seit 2014 hat Akkuplanet seinen Sitz im neuen Gewerbegebiet Bundenrott, davor in Lank. „Wir hätten damals auch nach Willich gehen können, haben uns aber ganz bewusst entschieden, in Meerbusch zu bleiben“, sagt Thorand. „Wir sind hier verwurzelt und haben tolle Nachbarn um uns herum. Außerdem hatten wir hier die Option, uns zu erweitern.“ Weil Akkuplanet (Jahresumsatz 2018: 6,8 Millionen) stetig expandiert, war Ende Juni der Spatenstich für die neue 20 mal 30 Meter große Lagerhalle.

Und auch da spielt das Thema Nachhaltigkeit wieder eine Rolle: „Wir wollen künftig Energie in großen Teilen selbst erzeugen und zwecks Eigenversorgung auch zwischenspeichern“, erklärt der Geschäftsführer. Der Gedanke der ,Smart Energy’ sei daher in die Neubau-Pläne eingeflossen: Der technische Clou der Halle mit Holz- und Glasfassade sollen die Photovoltaikanlage auf dem gesamten Dach und ein Batteriespeicher sein. „Mit diesen Erfahrungen werden wir außerdem in der Lage sein, unseren Kunden zusätzliche Kompetenzen anzubieten.“

„Meerbuscher Wirtschaft – Firmen im Porträt“ heißt die Serie in unserer Meerbuscher Lokalausgabe. In den nächsten Wochen stellen wir Unternehmen aus der ganzen Stadt vor.

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