Meerbuscher Bürgerprotest gegen Lkw-Verkehr in Lank-Latum.

Bürgermonitor : Demo gegen Lastwagen in Lank-Latum

Am Montagmorgen haben mehr als hundert Bürger gegen den Lkw-Durchgangsverkehr auf der Uerdinger Straße protestiert. Sie fordern mehr Kontrollen durch die Polizei. Denn viele Fahrzeuge seien weder Anlieger noch Lieferanten.

Selbst fieser Schneeregen und Wind können die Demonstranten nicht aufhalten, die sich an diesem Montagmorgen um sieben Uhr an der Uerdinger Straße versammelt haben, um mit selbst gebastelten Schildern gegen den illegalen Lastwagen-Durchgangsverkehr zu demonstrieren. „Stopp Lkw!“, „No Trucks“ und „Liebe Polizei – Kontrollieren!“ haben die Teilnehmer auf ihre Plakate geschrieben. „Trotz des Wetters und der frühen Uhrzeit sind 120 Leute gekommen“, sagt Franz Jürgens von der Bürgergemeinschaft Meerbusch Nord (BüMeNo). „Das zeigt, wie sehr das Thema die Menschen in Lank-Latum immer noch bewegt.“

Kurzfristig hatte die Initiative erst am Wochenende mit Handzetteln zum Protestzug aufgerufen, Treffpunkt war der Kindergarten „Unterm Regenbogen“. Eine Mutter sagt: „Wenn man hier mit dem Kinderwagen an der roten Ampel steht und ein Lastwagen vorbeidonnert, dann wackelt der ganze Kinderwagen.“ Noch ist kein Unfall passiert. Auch gilt die Straße nicht als Unfallschwerpunkt. „Aber“, sagt sie, „muss denn erst etwas passieren?“

Seit zig Jahren kämpfen die Lank-Latumer gegen den zunehmenden Schwerverkehr im Ort. „Aber all unsere Bemühungen haben leider nicht dazu geführt, dass der Verkehr nachlässt“, sagt Franz Jürgens von der BüMeNo. „Nach wie vor missachten die Fahrer das Durchfahrtverbot, Kontrollen finden so gut wie gar nicht statt, und der Blitzer steht – wenn er denn mal steht – an der falschen Stelle.“ Mit der Radaranlage sollten Lkw über 7,5 Tonnen abgeschreckt werden, die zum Beispiel in den Krefelder Hafen wollen und dabei trotz Verbots durch Lank-Latum fahren. Aber seit einigen Monaten, so schätzt Jürgens, ist der mobile Lkw-Blitzer, den Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gemeinsam mit Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage vor einem Jahr aufstellen ließ, mal wieder weg. „Wahrscheinlich wird er woanders im Kreis benötigt“, vermutet er. „Den Standort kurz nach der Einmündung ins Gewerbegebiet In der Loh halten wir aber sowieso für falsch. Unsere zentrale Forderung sind Radarkontrollen direkt vor dem Kindergarten.“

Außerdem wollen die Lkw-Gegner erreichen, dass die Polizei verstärkt das Durchfahrtverbot kontrolliert. Jürgens: „Bei den Lastwagenfahrern hat es sich mit den Jahren so eingebürgert, dass sie die Verbotsschilder missachten. Die Fahrt durch den Ort ist Lastwagen über 7,5 Tonnen nämlich nur erlaubt, wenn sie etwas liefern oder Anlieger sind.“ Viele Fahrer meinten aber, das Verbot gelte nur für den vollgesperrten Abschnitt der Uerdinger Straße. Und diesen Bereich umfahren sie dann, indem sie über das Gewerbegebiet In der Loh ausweichen. Doch auch dort sind die schweren Lkw eigentlich verboten – Liefer- und Anliegerverkehr ausgenommen. Dass viele das nicht verstehen, liegt nach Auffassung der Bürgergemeinschaft auch an den missverständlichen Tafeln, die die Stadt aufgestellt hat. Darauf ist die Uerdinger Straße in Richtung Krefeld mit einem Lkw-Durchfahrtverbotszeichen gekennzeichnet. Das Rechtsabbiegen ins Gewerbegebiet In der Loh hingegen nicht. Jürgens: „Die Schilder sind geradezu eine Einladung, durch Lank zu fahren. Die Lastwagen biegen einfach im Kreisel ab, fahren durchs Gewerbegebiet und danach wieder raus. Trotz dieses Umwegs sparen sie immer noch eine Menge Zeit.“ Der Vorschlag der Bürgergemeinschaft: Man sollte schon auf der Autobahn Schilder aufstellen, die darauf hinweisen, dass der Durchgangsverkehr durch Lank-Latum für Lastwagen über 7,5 Tonnen verboten ist.

Bis dahin wollen die Mitglieder weiter demonstrieren, bei Wind und Wetter. Gut 30 Minuten lang zogen sie am Montag über die Uerdinger Straße. Begleitet von fünf Polizeibeamten in zwei Streifenwagen ging es vom Kindergarten über den Gehweg Richtung Kreisverkehr und wieder zurück bis zur Kreuzung Kaiserswerther Straße. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, kündigt Franz Jürgens an „Die Lkw-Verkehre in Lank müssen zurückgedrängt werden. Zur Not demonstrieren wir auch vor dem Landtag.“

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