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Meerbuscher Bürger können Wirtschaftswege in der Stadt bewerten.

Bürger können Kommentare abgeben : Meerbuscher Wegenetz online mitplanen

Per digitalem Klick können sich die Bürger an den Planungen für das ländliche Wegenetz in Meerbusch beteiligen. Die Internetseite bleibt bis zum 31. Mai freigeschaltet. Das Interesse beim Infoabend war aber nur gering.

In welchem Zustand ist das ländliche Wegenetz in den Meerbuscher Ortsteilen? Welche Wege und Brückenbauwerke sind unverzichtbar und haben hohe Priorität, welche könnten im Standard gesenkt oder sogar aufgegeben werden, und welche Wege sind für die Allgemeinheit entbehrlich? Die Antworten auf diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines „Wirtschaftswegekonzepts“, das seitens der Stadt in Zusammenarbeit mit der Firma Ge-Komm (Gesellschaft für kommunale Infrastruktur) erarbeitet wird.

Die Zwischenergebnisse wurden jetzt bei einem Bürgerabend im Bürgerhaus Lank-Latum diskutiert. Das Interesse der Bürger allerdings, sich in die Planungen einzubringen, scheint nicht hoch. Lediglich acht Meerbuscher waren gekommen, um sich über die von Ge-Komm-Geschäftsführer Bernd Mende und Mitarbeiter Eduard Schwarz dargestellte Klassifizierung der unterschiedlichen Wege zu informieren.

Mehrere Monate wurde an dem Wirtschaftswegekonzept gearbeitet. „Es hat sich gelohnt, genau hinzusehen, welcher Weg wie genutzt wird und in welchem Zustand ist“, fasst Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter, zusammen. Mit ihm standen Daniel Hartenstein, Bernd Küthen und Matthias Unzeitig, Fachbereich Straßen und Kanäle, für detaillierte Erläuterungen zur Verfügung.

Vor- und dargestellt wird das Konzept der Wegekategorisierung unter anderem mit dem Ist- und Soll-Zustand digital unter www.wirtschaftswegekonzept.de. Über den Menüpunkt Portal geht es zur Registrierung, anschließend kann durch Eingabe der gewünschten Stadt das jeweilige Projekt – hier Meerbusch – ausgewählt werden.

„Wir haben alle öffentlichen, unterschiedlich genutzten Wege in Augenschein genommen. Anhand der Kartenausschnitte können die Wege digital abgefahren werden“, erklärte ein Ge-Komm-Mitarbeiter. So könnten sich die Bürger durch das Anklicken eines Weges oder mit der Eingabe einer Nummer und dem Vergleich mit der Kategorisierung (beispielsweise zwischen F für Einzel- oder G für Binnenerschließung und H für ‚keine Funktion‘) ein Bild darüber machen, wie der Zustand der Wege eingeschätzt wird.

Dass dabei Konflikte entstehen würden, sei normal, „Hundebesitzer haben andere Interessen als Reiter“. Die Nierster Bürgerin Regina Großmann ließ sich im Bürgerhaus digital auf bekannte Wege mitnehmen. Auch Margarete Schlungs und Regina Spoerle aus Lank-Latum finden, dass der Bedarf für ein Wirtschaftswegekonzept besteht: „Obwohl die Nummerierung kompliziert scheint, werden wir uns das genau ansehen.“ Schließlich sollen die Bürger an der Planung beteiligt werden. Über die Internetseite – sie enthält auch einen Link zur Homepage der Stadt – können sie ihre Kommentare abgeben. „Setzen Sie sich mit der Familie, mit Freunden zusammen und teilen Sie uns Ihre Anregungen mit“, forderten die Verantwortlichen auf.

Die Seite der Ge-Komm bleibt bis zum 31. Mai freigeschaltet. „Wir wollen die ehrliche Meinung der Bürger haben, das Wissen nutzen, wir wollen visionär sein, die Planungen sollen sich auf einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren beziehen“, ermuntert Michael Assenmacher zur Abgabe eines Kommentars. Auf der Internetseite kann nach der Ausarbeitung auch verfolgt werden, ob die Anregungen angenommen oder abgelehnt wurden.