Meerbuscher Buchhändler feiert Jubiläums-Konzert

Meerbusch : 200. Galerie-Konzert bei Mönter

Start war 1983 mit den Treppenhauskonzerten. Seit 35 Jahren kommen namhafte Musiker nach Osterath. Parallel dazu werden junge Talente gefördert.

Musik in einem Buch- und Kunstkabinett? „Das war von Anfang an unser Konzept – Bücher, Kunst und Musik unter einem Dach“, erklärt Konrad Mönter auch im Namen seiner Frau Gertrud. Und das Konzept ist aufgegangen.

Hausherr und Gastgeber Konrad Mönter mit der Dokumentation, die zum 200. Galerie-Konzert herausgekommen ist. Foto: RP/Monika Götz

Das Ehepaar, das vor rund 35 Jahren den Mut hatte, verfallene Gebäude der Alten Dampfmühle aus dem Jahr 1883 in ein komplettes Kulturzentrum zu verwandeln, lädt jetzt zum 200. GalerieKonzert. Denn die Musik hielt gleich zum Start Einzug. Ab 1983 gab es „Treppenhauskonzerte“: „Die Zuhörer saßen auf den Treppenstufen, unten wurde konzertiert“, erinnert sich Konrad Mönter.

1988 wurde in der Galerie Platz für etwa 180 Besucher geschaffen. Bis heute ist dem Buchhändler wichtig, junge Musiker konzertieren zu lassen, Talenten die Gelegenheit zu geben, sich mit dem Umfeld vertraut zu machen. Die Zusammenarbeit mit der Musikschule Meerbusch ist intensiv und wird mit der SamstagKonzert-Reihe fortgesetzt. Aber das Osterather Buch- und Kunstkabinett ist auch Ausgangspunkt der einen oder anderen Karriere. Der heute weltweit zu den erfolgreichsten chinesischen Musikern zählende Haiou Zhang gab bei Mönter sein erstes Deutschland-Konzert und erinnert sich: „Mich hat das ganz besondere Ambiente und das wunderbare Instrument enthusiastisch angesprochen.“ Als Anerkennung auch „für die musikalische Förderung von Nachwuchskünstlern“ kommt der 35-jährige Zhang seit 2008 jährlich einmal nach Osterath. Ähnlich verläuft der Kontakt zum deutschen Starpianisten Alexander Krichel (Jahrgang 1989). Er kam über eine Agentur nach Meerbusch, wurde damals noch von seiner Mutter begleitet, geht heute auf Welt-Tournee und sagt: „Konrad Mönter bin ich für sein frühes Vertrauen unendlich dankbar.“

In der Regel legt Mönter großen Wert auf klassische Kammerkonzerte. So war das Cesar Franck-Fest ebenso zu Gast wie die Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker, der Duisburger Philharmoniker, des WDR Symphonieorchesters oder das polnische DAFO-Quartett. Aber Zeitgenössisches steht auch immer wieder im Programm. So trat unter anderem Europas Jazzprofessorin Ilse Storb mit Louis Armstrong-Rhythmen am Kirchplatz  auf. Und Darryl Rosenberg aus Boston überraschte mit Sonaten und Interluden für präpariertes Klavier von John Cage. Konrad Mönter erinnert sich lachend: „Von den fünf Besuchern waren nach der Pause nur noch drei anwesend. Heute wäre jeder Platz ausverkauft.“ Auch deshalb freut es ihn, dass auf Umwegen erneut Kontakt zu dem Star-Pianisten entstanden ist und dieser wissen ließ, dass er gern noch einmal nach Osterath kommen würde.

Konrad Mönter selbst beherrscht kein Instrument, hat aber schon als Jugendlicher beim regelmäßigen Besuch von Konzerten „in Musik reingehört“ und sich durch Hören und Sehen auch auf der künstlerischen Basis gebildet. Eine Zeit lang hat er die GalerieKonzerte mit dem Meerbuscher Komponisten Thomas Blomenkamp gestaltet.

Heute blickt das Ehepaar Mönter zufrieden auf das zurück, was in über 35 Jahren geschaffen wurde. „Das hier ist mein zweites Leben“, so der 86-Jährige. Anerkennung findet er von dankbaren Künstlern und dem Publikum. Die Geschichte um 200 Galerie-Konzerte sowie persönlichen Danksagungen sind in einer Dokumentation nachzulesen, die zum 200. Konzert mit Antonio Accunto und Werken von Schubert, Schumann, Brahms und Prokofiev am Freitag, 27. September, erscheint. Das Jubiläumskonzert beginnt um 19 Uhr.

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