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Meerbuscher beschweren sich über zu viele Parkschilder

Fahrradstraße Büderich : „Schilderwald“ an der Niederdonker Straße wird teilweise abgebaut

18 Parkschilder auf einem Straßenabschnitt - das finden die Anwohner der Niederdonker Straße in Büderich zu viel. Nun lässt die Stadt einige Schilder wieder abbauen.

Typisch deutscher Schilderwahn – eine andere Erklärung fällt einem Anwohner der Niederdonker Straße in Büderich dazu nicht ein: Auf dem Gehweg reiht sich derzeit alle paar Meter Schild an Schild. Insgesamt 18 auf einer Seite sind es auf dem Abschnitt von der Karl-Arnold-Straße Richtung Café Schwarz. „Meerbusch bezeichnet sich ja selbst gerne als Stadt im Grünen“, sagt der Büdericher. „Vielleicht meint da nun ein Witzbold, dass ein Schilderwald auch als Grünfläche zählt.“

Die Parkschilder, die derzeit noch mit Müllbeuteln verhüllt sind, sind Teil der neuen Fahrradstraße, die demnächst offiziell eröffnet wird. Auf dem Abschnitt der Niederdonker Straße zwischen Karl-Arnold-Straße und Lötterfelder Straße haben dann Fahrradfahrer Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Der neue Abschnitt ist direkt an die bestehenden Fahrradstraßen Poststraße, In der Meer und Karl-Arnold-Straße angebunden. Ziel ist es, den Schulweg zum Mataré-Gymnasium für Radfahrer sicherer zu machen, nach dem Motto: Mehr Kinder aufs Rad und weniger Elterntaxis.

„Die Fahrradstraßen sind wichtig und eine tolle Sache“, betont der Anwohner. Was sich er und seine Nachbarn aber fragen: „Hat die Stadt Meerbusch zu viel Geld?“ Nicht nur die Anwohner, auch Spaziergänger schüttelten den Kopf über diesen „Schilderwahnsinn“, erzählt er. „Für jedes Schild hätte man in Schulen Toiletten sanieren oder Computer für Schüler anschaffen oder Bedürftigen helfen können.“

Am Dienstag hat die Verwaltung auf die Kritik reagiert. „Wir werden noch vor der Eröffnung der Fahrradstraße zwölf Schilder abbauen“, sagt Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher. Die restlichen sechs sollen dann nur noch an prägnanten Stellen, etwa zu Beginn der Fahrradstraße und an den Einfahrten Daddersweg und Hohegrabenweg, stehen. Er betont aber auch, warum die Schilder unbedingt nötig sind: „Immer noch zu viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und parken teilweise kreuz und quer auf der Fahrbahn und am Rand, sodass es zu gefährlichen Situationen kommt.“ Künftig ist das Parken auf der Südseite komplett verboten. „Unser Ziel war es, dass die neuen Schilder und Markierungen deutlich zeigen, wo auf der Nordseite der Niederdonker Straße geparkt werden darf.“ Nun wolle die Verwaltung testen, ob das auch mit weniger Schildern gelingt.

Natürlich werden die zwölf abgebauten Schilder nicht einfach entsorgt. Michael Assenmacher: „Die Schilder lagern wir ein und werden sie bei Bedarf anderswo im Stadtgebiet aufstellen.“

(ena)