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Meerbuscher bereiten sich auf Düsseldorf-Marathon vor

Vorbereiten auf den Marathon : Im Laufschritt durch Osterath

Zur Vorbereitung auf einen Marathon organisierte der Osterather TV als Training einen Lauf mit Sonja Oberem.

VON TINO HERMANNS

Die Temperatur lag rund um den Gefrierpunkt, wahrscheinlich etwas drunter, denn die Pfützen auf den Feldwegen und Weiden waren vereist. Eigentlich die richtigen Bedingungen, um sich in eine Decke zu kuscheln und sich auf dem Sofa zu entspannen. Nicht so für 17 Läufer vom Osterather TV (OTV) , drei vom Triathlon-Team des TV Schiefbahn und Sonja Oberem.

Die Europameisterschaftsdritte im Marathon 2002 und neue Renndirektorin des Marathons Düsseldorf war mit von der Partie, als der OTV zum Start der zweiten Vorbereitungsphase auf den Düsseldorf Marathon 2019 (28. April) bat. „Wir machen die Marathon-Vorbereitung bereits so lange es den Düsseldorf Marathon gibt, also jetzt 17 Jahre. Und genauso lange ist Sonja immer mal wieder bei uns dabei“, sagt der zweite OTV-Vorsitzende Peter Müller-Mannhardt. „Diesmal ist allerdings das erste Mal, dass sie als Race-Director zu uns gekommen ist.“

Samstags stehen die sogenannten lange Läufe auf dem Trainingsprogramm. Mit 15 und 23 Kilometer waren zwei Distanzen im Angebot. „Ich bin die kurze Strecke gelaufen“, gesteht Oberem. „Die 23 hätte ich auch geschafft, aber ich musste zu einem anderen Termin.“ Da macht sich das erhöhte Arbeitspensum als Verantwortliche des mit gut 16.000 Startern größten Laufwettbewerbs in der Landeshauptstadt bemerkbar. „Ich laufe noch regelmäßig, 20 bis maximal 25 Kilometer. Ich bin aber nur noch ambitionierte Hobbyläuferin. So richtig schnell will ich auch gar nicht mehr laufen“, erläutert die 45-Jährige. „Die Leistungssportzeit war schön, ist aber vorbei. Ich muss keine Wettkämpfe mehr laufen.“

Und so ging es auch eher gemütlich als mit richtig Dampf über die Felder von Bovert Richtung Rhein. Mit dabei waren nur Läufer, die bereits zwei Stunden oder gar länger laufen können, deren Knochen- und Muskelapparat sowie das Herz-Kreislaufsystem sich bereits an solche Belastungsphasen angepasst haben. „Ein Crash-Kurs Marathon gibt es nicht und machen wir auch nicht. Man sollte mindestens zwei Jahre Ausdauertraining gemacht haben, bevor man sich an die Erfahrung Marathonlauf heranwagt“, so Müller-Manhardt.

Gegen Ende des OTV-Marathontrainings stehen Distanzen bis 35 Kilometer auf dem Programm. Das kann schon mal in „Quälerei“ ausarten. „Um die 42,195 Kilometer eines Marathons problemlos zu meistern, sollte man vorher fünf, sechsmal die Woche laufen und dabei 70 bis 80 Kilometer abspulen“, empfiehlt Müller-Mannhardt. „So ein Marathonlauf ist für den Körper eine Grenzerfahrung. Wem die entsprechende Vorbereitung fehlt, der hat keinen Spaß.“

Den hatte aber beim ersten „langen OTV-Lauf 2019“ Jochen Adomeit. Der 77-Jährige ehemalige Ak45-Marathon-Weltmeister gehört zu den spätberufenen Freiluftsportlern. Erst im Alter von 40 Jahren lief der ehemalige Kriminalbeamte seinen ersten Marathon. 55 sind es seitdem geworden. Er spricht also aus Erfahrung, wenn er der OTV-Laufgruppe, zu der auch andere Läufer zum Kurs-Preis von 35 Euro dazustoßen dürfen, Tipps und Ratschläge gibt. „Man darf sich auf keinen Fall überschätzen. Ruhig am Anfang ein paar Körner sparen, die kann man am Ende immer noch raus laufen. Aber wenn man zu früh seine Energie verpulvert, wird es hinten raus extrem schwer“, so Adomeit.

Um solche Ratschläge zu geben und um sich selbst fit zu halten steht Adomeit jeden Samstag um 10 Uhr an der P&R Haltestelle Bovert in Osterath und spult mit den Laufwütigen die Kilometer ab.