Meerbuscher Benefizkonzert mit dem Pianisten aus den Trümmern

Ahaem Ahmad kommt nach Meerbusch: Konzert mit Pianist aus den Trümmern

Aeham Ahmad wurde bekannt, weil er mitten in den Kriegstrümmern eines syrischen Vororts Klavier spielte. Für ein Benefizkonzert, organisiert von Meerbusch Hilft, kommt der in Syrien aufgewachsene Palästinenser nun in die Stadt.

Was bleibt, wenn man im Krieg alles verloren hat? Aeham Ahmad hat eine Antwort: die Musik. Niemand kann sie dem Palästinenser nehmen, auch nicht die Bomben des syrischen Machthabers Assad, die vor wenigen Jahren das Flüchtlingslager vor den Toren von Damaskus zerstören, in dem Ahmad aufwuchs. Er rollte sein Piano auf die Straße und spielte zwischen den Trümmern klassische Musik. Seitdem diese Szenen auf Youtube zu sehen waren, ist Ahmad, der Trümmer-Pianist, weltbekannt. Und nun wird er auch in Meerbusch spielen.

Der Verein „Meerbusch hilft“ holt ihn für ein Benefizkonzert am Samstag, 3. November, in die Christuskirche. Jeremias Mameghani, der dann selbst als Pianist auftritt, hat den Kontakt zu Ahmad hergestellt. Weil ihn das Klavierspiel Ahmads bei einem Auftritt in Bonn so berührt hatte, habe er dem Künstler dies über eine Nachricht bei Facebook mitgeteilt, sagt Mameghani. Die Chance auf eine Antwort stand schlecht: Der Meerbuscher ist einer von mehr als 5000 Freunden Ahmads im sozialen Netzwerk. Doch dann die Überraschung: Ahmad antwortete Mameghani, dass er wüsste, wer er sei – nämlich ein Rechtsanwalt, der mit der Spezialisierung auf Asylrecht schon Dutzenden Syrern in Deutschland geholfen habe.

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Von diesem ersten Kontakt aus ließ sich Ahmad schnell für die Idee eines Benefizkonzertes in Meerbusch begeistern. Fast eine Stunde wird er also Anfang November in der Christuskirche spielen. Eine weitere Stunde werden die Pianisten Mameghani, Violina Petrychenko, Alica Müller und Cellist Roger Morello Ros spielen. Für guten Klang beim Konzert stellt eine Krefelder Firma leihweise einen Kawai-Flügel in die Christuskirche.

Der Eintritt zu dem Konzert um 19 Uhr ist frei – am Ende wird aber um Spenden für die Arbeit von „Meerbusch hilft“ gebeten. Ulli Dackweiler, Koordinator des Vereins, rät, bereits zum Einlass um 18 Uhr zur Kirche zu kommen, da die Plätze auf 500 begrenzt sind. Eine Sitzplatzgarantie gibt es nicht. In der Pause wird die Frauenhilfe gemeinsam mit den Konfirmanden Häppchen und Getränke anbieten.

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