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Meerbuscher Bauhof wandelt sich zum Neubaugebiet

Bauprojekt in Meerbusch : Jetzt rollen die Bagger auf dem Bauhof

106 Wohnungen entstehen auf dem Areal an der Moerser Straße. Aktuell werden die Baugruben ausgehoben und das Erdreich auf Altlasten untersucht. Baustart kann dann im September sein.

Erst hing am Bauschild der knallrote und überdeutliche Hinweis „40 Prozent bereits verkauft“. „Seitdem dort aber die Bagger rollen und wir die Erde ausheben, sind die Leute richtig auf uns aufmerksam geworden und wir haben noch mal verkauft“, sagt Jörg E. Weitzel vom Immobilienentwickler „kueppersliving“ in Krefeld.

Denn dass auf dem Gelände des früheren Bauhofs wirklich gearbeitet wird, ist für alle, die das Areal kennen und dort regelmäßig vorbeifahren, die erste große Sensation. Seit Jahren liegt der frühere Bauhof brach. Die Stadt wollte dort immer Wohnungen bauen lassen, bei der ersten Ausschreibung aber gab es rechtliche Probleme. Die zweite Ausschreibung hat dann funktioniert, eine Bietergemeinschaft aus drei Parteien hat den Zuschlag bekommen. Der Bauverein und die GWG bauen vorne an der Straße größtenteils öffentlich geförderte Miet-Wohnungen, die eleganten und teureren Eigentumswohnungen mit dem Krefelder Entwickler entstehen im hinteren Teil.

Und genau davon sind nach aktuellem Stand die Hälfte verkauft. Kueppersliving baut 40 Wohnungen zwischen 50 und 186 Quadratmeter groß. Die anderen 66 entstehen in Regie der beiden anderen Bauträger, bilden über drei Etagen und ein Staffelgeschoss den vorderen Riegel. Die drei Investoren bauen jeder eine Tiefgarage für ihre eigenen Projekte, alle gemeinsam finanzieren das Blockheizkraftwerk, das die Mieter und Eigentümer mit Energie versorgen soll. Insgesamt entstehen sieben Baukörper: zwei im vorderen Riegel, fünf im hinteren Bereich. Kuppersliving vermarktet seine Wohnungen unter dem Begriff der Parkterrassen, Bauverein und GWG gehen mit ihren Einheiten unter dem Oberbegriff „Am Schackmer Bach“ auf den Markt.

Aktuell werden die Baugruben ausgehoben. Weil dort eben Jahrzehnte der Bauhof war und Altlasten im Boden sein können, muss das Erdreich über eine Tiefe von 90 Zentimetern abgetragen werden. „Das wird alles gutachterlich begleitet, jeden Tag werden Proben genommen, wir sind in engem Austausch mit den Umweltexperten“, so Weitzel. Ziel sei es, dieses Grundstück aus dem Altlastenkataster zu löschen. „Darunter liegt dann der gute Meerbuscher Boden.“

Die Planer haben sich entschieden, vorne an der Straße keine Ladenflächen zu bauen. Für Einzelhandel gäbe es dort keine Zukunft, glaubt Weitzel. Er ist sich aber sicher, dass die 250 bis 300 neuen Bewohner des Areals die Geschäfte an der Dorfstraße und in der Nachbarschaft beleben werden. Die Nähe zum Ortszentrum, der geplante Spielplatz nebenan, die Nähe zum Rhein, aber auch zur Haltestelle der U76 sieht er als gute Kauf-Argumente in den Verhandlungen mit Interessenten. Seine Zielgruppe sind Meerbuscher, „die vielleicht schon etwas älter sind, die aus ihrem Eigenheim ausziehen und sich hier etwas kleiner setzen wollen“. Oder Kapitalanleger, die die Wohnung erst vermieten, später selber einziehen wollen. Weitzel: „Ich glaube, dass es eine große Nachfrage nach Wohnungen in Meerbusch gibt – egal, ob zur Miete oder zum Kaufen.“

Im September wird mit dem Rohbau begonnen, dann entsteht auch ein kleines Hütten-Dorf für die Arbeiter. „Dann halten sich hier bestimmt 100 Mitarbeiter gleichzeitig auf.“ Weitzel rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren für die hochwertigen Eigentumswohnungen – auch, weil jeder Eigentümer Extra-Wünsche äußern kann. Die Mietwohnungen der beiden anderen Bauherren würden sicher früher fertig, glaubt Weitzel.