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Meerbusch: Zehntausende gegen Flughafen-Ausbau

Über 50.000 Einwohner haben schon Einwendungen geschrieben : Zehntausende gegen Flughafen-Ausbau

Die Zahl der Einwendungen gegen die Pläne zur Kapazitätserweiterung ist auf über 50.000 gestiegen. Christoph Lange, Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm hat die Einwendungen von rund 30.000 Bürgern jetzt übergeben.

(RP) In der Coronakrise hatten die Fluglärmgegner in der Region nur eingeschränkte Möglichkeiten, Mitstreiter zum Protest gegen den Flughafen-Ausbau zu mobilisieren. Umso erfreuter sind die Bürgerinitiativen und die Anlieger-Kommunen von Essen bis Mönchengladbach jetzt darüber, dass sie die Zahl der Einwendungen gegen die Pläne auf mehr als 50.000 steigern konnten. Das haben sie am Wochenende bekanntgegeben.

Diverse Ratsbeschlüsse, etwa in Meerbusch, Essen und Kaarst, bekräftigen die ablehnende Haltung der Umland-Kommunen. Christoph Lange, Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm (BgF) Meerbusch, der mit den ergänzenden Einwendungen rund 30.000 Betroffene vertritt, erklärt: „Es gab schon in der ersten Verfahrensrunde keine Verkehrsprognose, kein Kapazitätsgutachten und keine Risikoanalyse. Das wahre Ziel ist die weitere Aufweichung des Angerlandvergleichs. Danach hat der Flughafen nur eine Start- und Landebahn, die andere ist eine Ersatzbahn. Nun will man trotz aller Unsicherheiten durch die Corona-Folgen noch mehr vom Kuchen des NRW-Luftverkehrs. Dass dabei andere Flughäfen draufgehen, interessiert den privaten Betreiber des Flughafens Düsseldorf nicht. Genauso wenig, was die Anwohner nahezu in jeder Nacht erdulden müssen und was an Schadstoffen ausgestoßen wird.“

Viel Kritik gab es von den Fluglärmgegnern für das schmale Zeitfenster und den Zeitpunkt der Offenlage der Pläne mitten in der Coronakrise. Lange: „Die nachgebesserten Unterlagen des Flughafens umfassten mehr als 4000 Seiten, die weder in den Auslagestellen noch im Internet in der viel zu kurzen Zeit vollständig zu durchschauen waren.“ Auch die Unterschriften der Bürger gegen die Flughafen-Pläne mussten diesmal online gesammelt werden.

BgF-Vorsitzender Christoph Lange erklärt: „Dieses ganze Verfahren ist von Anfang an überflüssig und völlig verkorkst gewesen. Wir fordern daher erneut, den Antrag abzuweisen. Verkehrsminister Hendrik Wüst sollte sich endlich seiner Verantwortung für ganz Nordrhein-Westfalen bewusst werden.“ Lange fragt: „Was für einen Sinn macht es, in Düsseldorf alles durchzuwinken und Münster/Osnabrück, Paderborn und Weeze gehen pleite? Das wäre absolut kurzsichtig.“