Meerbusch: Wohnungslose sollen eine neue Notunterkunft bekommen

Meerbusch : Neubau für wohnungslose Meerbuscher

Die städtische Notunterkunft für Wohnungslose in Osterath ist sanierungsbedürftig, weshalb ein neues Gebäude errichtet werden soll. Aus Sicht der SPD geht das Konzept der Stadtverwaltung jedoch nicht weit genug.

Dank seines ländlichen Flairs und der Nähe zu Düsseldorf, Neuss und Krefeld ist Meerbusch ein attraktiver Wohnort. Das hat jedoch auch Nachteile, allen voran steigende Mieten, die Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen nur schwer bezahlen können. Im Fall eines Wohnungsverlustes gibt es jedoch in Osterath eine Notunterkunft, um eine Obdachlosigkeit zu verhindern. Da diese seit ihrem Bau im Jahr 1968 nicht mehr nennenswert saniert wurde und stark veraltet ist, will die Stadtverwaltung nun eine neue Unterkunft errichten, wie sie am Mittwochabend im Sozialausschuss berichtete.

In den drei Gebäuden an der Strümper Straße sind derzeit 40 Personen untergebracht, die sich auf 22 Wohneinheiten verteilen. Im Unterschied zu Notschlafstellen, in denen Obdachlose nur über Nacht aufgenommen werden und oft in großen Sälen schlafen müssen, können sich Wohnungslose in Notunterkünften wie in Meerbusch ganztägig aufhalten. Zwar sind die Plätze in der Unterkunft eigentlich nur für den Übergang gedacht, bis eine neue Wohnung gefunden wurde, doch lebe ein großer Teil der aktuellen Bewohner bereits seit mehreren Jahren in der Unterkunft, eine Person gar seit 26 Jahren.

Nicht zuletzt deshalb gab es in der Ausschusssitzung auch Kritik vonseiten der SPD am Konzept der Verwaltung. Denn dort ginge es in erster Linie um den Neubau einer Notunterkunft, was dagegen fehle, seien Konzepte, wie sich Obdach- und Wohnungslosigkeit bekämpfen ließen, sagte Heidemarie Niegeloh. Viele der Bewohner seien jedoch aus verschiedenen individuellen Gründen wie Suchterkrankungen oder Schulden nicht vermittelbar, entgegnete die Verwaltung. Zudem gebe es städtische Hilfestellungen, um einen drohenden Verlust der Wohnung zu vermeiden.

Einigkeit herrschte im Ausschuss dagegen darin, dass es einen Neubau für Wohnungslose brauche. Geplant sind Einzelzimmer mit eigener Küche und Nasszelle sowie kleine Wohnungen. Jedoch sei auch die Suche nach einem geeigneten Ort für den Neubau wichtig, da es in der Vergangenheit häufig zu Konflikten mit Anwohnern gekommen sei, wie die Verwaltung weiter begründete.

Doch auch bei den Planungen für den Neubau gab es von den Sozialdemokraten Einwände. „Krefeld hat beispielsweise seine Sammelunterkünfte aufgelöst“, sagte Heidemarie Niegeloh. Stattdessen würden Wohnungslose dort auf verschiedene Orte verteilt, um die Menschen so besser zu integrieren.

Krefeld lasse sich jedoch nicht mit Meerbusch vergleichen, hieß es jedoch vonseiten der Verwaltung. In Meerbusch habe es nämlich nie Sammelunterkünfte mit Schlafsälen gegeben. Man würde als Kommune gerne mehr für Wohnungslose machen, doch seien die finanziellen Mittel begrenzt. Am Ende stimmten die Mitglieder jedoch der Verwaltungsvorlage zu.

Doch die konkrete Planung liegt jedoch im Zuständigkeitsbereich des Planungsausschusses, der sich in einer der kommenden Sitzungen damit auseinandersetzen wird.

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