Gastronomie in Meerbusch Schnelles Aus für das „WineLive“

Meerbusch · Nach nur gut anderthalb Jahren ist Schluss an der Moerser Straße – das gastronomische Angebot war in der Folge von Pandemie und Inflation nicht gut genug angenommen worden. Die Zukunft der Lokalität ist ungewiss.

Die Räume von WineLive an der Moerser Straße

Die Räume von WineLive an der Moerser Straße

Foto: Georg Salzburg (salz)

Zehn Jahre lang hat sich Joachim Fricke mit der Brasserie plus Weinhandel und Weinbar im Lindenhof an der Dorfstraße in Büderich einen Namen gemacht. Nachdem er die dortigen Räume wegen eines bevorstehenden Umbaus der unter Denkmalschutz stehenden Backsteinanlage verlassen musste, eröffnete er im August 2021 im Gebäude des Boardinghouse Lindner Hotel an der Moerser Straße das Restaurant „WineLive im Rheinhof“ und baute damit auf seinem bewährten Weinkonzept auf.

Die dortigen Räumlichkeiten hatten wegen der Pandemie 15 Monate leer gestanden. „Es lief zumindest bis Oktober sehr gut, besser als erwartet“, erinnert sich Joachim Fricke. Dennoch ist „WineLive im Rheinhof“ ab sofort „bis auf weiteres“ geschlossen: „Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Nach den ersten zwei, drei Monaten dümpelte alles dahin. Die Menschen durften zwar wieder ausgehen, aber sie taten es nicht in dem Maße, wie vor Corona. Früher gingen sie einmal in der Woche in ein Restaurant, heute ist das zum großen Teil auf einmal monatlich reduziert.“

Die Miete ist nicht gerade niedrig und die sechs Mitarbeiter erwarten ihren Lohn. „Dann kamen der Krieg und die Inflation, keine Weihnachtsfeiern oder private größere Feierlichkeiten – der Umsatz in November/Dezember war eine Katastrophe“, erklärt Joachim Fricke den Entschluss, das Restaurant zu schließen. Bisher hat er niemanden gefunden, der die komplett eingerichteten Räume plus Außenbereich ohne Übernahmekosten pachten würde.

Über die Zukunft seines Personals macht sich Joachim Fricke keine Sorgen: „Gastronomie-Mitarbeiter werden überall dringend gesucht.“ Den Handel mit dem Wein hat er schon längst „extrem heruntergefahren“. Die Entscheidung, „WineLive“ zu schließen, sei schwergefallen. „Aber mit Blick auf meine Gesundheit betrachte ich das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt der Mittsechziger. Interessenten werden auch von den Verantwortlichen des Boarding House, in dem sich das Restaurant befindet, gesucht. Joachim Fricke hofft, dass „WineLive im Rheinhof“ bald einen Nachfolger findet.

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